| 18.09 Uhr

Großeinsatz der Feuerwehr
Unbekannte brennen geplante Asylunterkunft in Österreich nieder

Wien. In der Nacht zum Mittwoch haben unbekannte Täter im oberösterreichischen Dorf Altenfelden unweit von Linz eine fast fertig gestellte Unterkunft für Asylbewerber angezündet. Wie die Polizei berichtet, gab es zwei Brandherde an der Außenmauer des Holzgebäudes, welches vollständig niederbrannte. Verletzt wurde niemand.

Fast 200 Feuerwehrleute rückten aus, um den Brand zu löschen. Das Rote Kreuz, das die Anlage betreiben sollte, schätzte den Sachschaden auf 300.000 Euro. Der Präsident des Roten Kreuzes, Walter Aichinger, äußerte sich "geschockt". Er äußerte die Hoffnung, dass das Zentrum schnellstmöglich wieder aufgebaut werden könne.

Schon in zwei Wochen sollten Menschen einziehen

Die Flüchtlingsunterkunft war nach Angaben des Roten Kreuzes noch unbewohnt. In zwei Wochen sollten demnach 48 Asylbewerber dort einziehen. Am Dienstag hatte die Baufirma in dem Gebäude noch Arbeiten vorgenommen. Die Anwohner hätten die Flüchtlingsunterkunft nicht abgelehnt, sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes, Stefan Neubauer, der Nachrichtenagentur AFP.

Anders als in Deutschland, wo nach Angaben des Bundeskriminalamtes in diesem Jahr schon mehr als 40 Brände in Flüchtlingsunterkünften gelegt wurden, gab es in Österreich bislang keine derartigen Brandanschläge. In der Silvesternacht war in einem Flüchtlingsheim im niederösterreichischen Grünbach ein Brand ausgebrochen, vier Asylbewerber wurden verletzt. Das Feuer war den Ermittlungen zufolge aber nicht absichtlich gelegt worden.

Österreichische Regierung begrenzt Zuzug von Migranten

Im vergangenen Jahr hatten rund 90.000 Flüchtlinge in Österreich Asyl beantragt, das entsprach etwa einem Prozent der Bevölkerung. Im Herbst vollzog die Regierung aus Sozialdemokraten (SPÖ) und Konservativen (ÖVP) dann im Zusammenhang mit dem Erstarken der rechtspopulistischen FPÖ eine Kehrtwende. Sie begrenzt den Zuzug von Migranten nun mit Grenzkontrollen und Gesetzesverschärfungen.

Bei der Präsidentschaftsstichwahl am 22. Mai war der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer dem als Unabhängigen kandidierenden ehemaligen Grünen-Chef Alexander Van der Bellen nur ganz knapp unterlegen. Hofer hatte im Wahlkampf Stimmung gegen Asylbewerber gemacht und angekündigt, dass er eine Regierung entlassen werde, die nicht härter gegen Flüchtlinge vorgehe.

(AFP)
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