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Börse
Donald Trump schlägt Anleger in die Flucht

Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Frankfurt/Main. Die anstehende US-Wahl kündigt sich mit schlechten Zahlen an. Der Gedanke an einen möglichen US-Präsidenten Donald Trump hat Anleger eingeschüchtert. Der Dax verlor 0,6 Prozent auf 10.266 Punkte und steuerte mit einem Minus von rund vier Prozent auf den größten Wochenverlust seit einem Dreivierteljahr zu.

Der EuroStoxx50 büßte am Freitag 0,7 Prozent auf 2954 Zähler ein. "Die Angst ist zurück an den Börsen", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Je näher der Wahltag rückt, desto offener ist der Ausgang."

Trump gilt als "Börsenschreck"

Am 8. November entscheiden die US-Bürger, ob der wegen seiner Unberechenbarkeit als "Börsenschreck" geltende Milliardär Trump oder die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton ins Weiße Haus einzieht. Von Letzterer erhofften sich Investoren eine stabile Wirtschaftspolitik, sagte Analyst Johannes Flieckenschildt von der Weberbank.

"Selbst wenn die jüngsten Umfragen Clinton noch vorne sehen, kann in der letzten Minute alles passieren", warnte Anlagestrategte Norihiro Fujito von der Bank Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. "Das hat uns der Ausgang des Brexit-Referendums gelehrt". Ende Juni stimmten die Briten überraschend für den Austritt ihres Landes aus der EU und lösten damit ein weltweites Börsenbeben aus.

Mexikanischer Peso unter Druck – US-Daten drücken Euro

Die Nervosität der Anleger ließ sich auch an der mexikanischen Währung ablesen. Der Dollar verteuerte sich um bis zu 0,5 Prozent auf 19,258 Peso und lag damit weniger als einen Dreiviertel Peso unter seinem Rekordhoch vom September. Trump will unter anderem Strafzölle auf mexikanische Waren erheben.

Der Dollar gewann am Freitag nicht nur zum Peso, sondern auch zum Euro. Rückenwind erhielt er dabei vom anhaltenden Beschäftigungsaufbau in den USA. "Hürden für eine Zinserhöhung der Notenbank Fed im Dezember gibt es unseres Erachtens nicht", sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. In den Minuten nach Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten verbilligte sich der Euro um einen knappen Viertel US-Cent auf 1,1081 Dollar.

Krise in der Türkei drückt Istanbuler Börse

Darüber hinaus trennten sich Investoren nach Festnahme führender türkischer Oppositionspolitiker von Aktien, Anleihen und der Währung des Landes. Ein Dollar stieg zeitweise sogar auf ein Rekordhoch von 3,1545 Lira. Die Polizei verhaftete unter anderem die beiden Chefs der prokurdischen Partei HDP. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnet die HDP als verlängerten Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Am deutschen Aktienmarkt gehörte ProSiebenSat.1 zu den größten Verlierern. Die TV-Senderkette will bei Anlegern 515 Millionen Euro frisches Kapital für Zukäufe im Digitalgeschäft einsammeln. Die Aktie fiel um bis zu 7,6 Prozent ins Minus auf ein Zwei-Jahres-Tief von 34,98 Euro. In London brachen die Papiere der Pharmafirma Hikma zeitweise um knapp zehn Prozent ein.

Die gesamte Branche leide unter der anstehenden US-Wahl, sagte Marktanalyst Jasper Lawler vom Brokerhaus CMC Markets. "Clinton wird wohl mehr Einfluss auf die Preisgestaltung nehmen, aber Trump könnte sich dieses Thema ebenfalls zu eigen machen." Clinton hatte den Arzneimittel-Herstellern in den vergangenen Monaten "Preiswucherei" vorgeworfen.

(isw/REU)
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