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Presse-Echo nach Wulff-Interview
  Foto: dapd, Timur Emek
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Leserreaktionen auf das Interview: "Das soll unser aller Präsident sein?"

VON DANA SCHÜLBE - zuletzt aktualisiert: 05.01.2012 - 16:26

Düsseldorf (RPO). Auch nach dem Interview von Christian Wulff ebbt die Diskussion um den Bundespräsidenten nicht ab - auch im Internet. Während die einen Verständnis für Wulff äußern, hat er sich für andere durch seinen TV-Auftritt noch mehr diskreditiert. Wir haben einige Lesermeinungen zusammengetragen.



So kam Wulffs TV-Interview bei den Bürgern an

20 Minuten lang stellte sich der Bundespräsident den Fragen von ARD und ZDF. Elf Millionen Zuschauer verfolgten das Spektakel - und kommentierten es reichlich. So äußerten sich allein auf der Facebook-Seite von Christian Wulff bis zum Mittag mehr als 5700 Internetnutzer zu dem TV-Interview. Und die Meinungen gehen auch dort weit auseinander, ähnlich wie auch bei unseren Lesern.

Peinlich - das ist das wohl meist verwendete Wort der Wulff-Kritiker nach dem Fernsehauftritt. So schreibt etwa Herbert Kunde auf unserer Facebook-Seite:  "Ein an Peinlichkeit nicht zu überbietender Auftritt! Und das soll unser aller Präsident sein?"

Ähnlich sieht es auch unser Nutzer Tonton007, der auf unserer Webseite kommentiert: "Traurig, traurig: 'Ein schwer angeschlagenes Staatsoberhaupt', lädt zum 'Fremdschämen ein. Was der Mann aus Osnabrück sagte, war schlicht und ergreifend nur beschämend. Damit kann er das Ansehen seines Amtes keinesfalls wiederherstellen."

"Nicht mehr mein Bundespräsident"

Doch nicht nur die Sache mit dem Hauskredit und der Umgang mit der Öffentlichkeit beschäftigt unsere Leser, sondern sie machen sich auch Gedanken darüber, inwieweit die Affäre Auswirkungen auf das Amt des Bundespräsidenten selbst hat. Ähnlich wie viele Oppositionspolitiker sehen sie das Amt als solches beschädigt.

So schreibt etwa Andreas_K auf unserer Seite: "Herr Wulff's Verständnis des Anspruchs an Integrität im höchsten Amt deckt sich nicht mit meinem." Printemps52 bemerkt dazu: "W. schadet nicht nur dem Ansehen Deutschlands, sondern, was noch viel schlimmer ist, er ist keinem Jugendlichen mehr als Vorbild zuzumuten." 

Robert Becke bemerkt dazu auf unserer Facebook-Seite: "Herr Wulff, nach diesen Interview habe ich für mich persönlich beschlossen, dass sie nicht mehr mein Bundespräsident sind. Der Bundespräsident ist der erste Mann im Staat und sollte sich auch in jeder Situation so verhalten, er trägt einen Ehrentitel."

"Er hat alles plausibel dargelegt"

Es gibt allerdings auch viele Befürworter, die anerkennen, dass Wulff einen Fehler gemacht hat und auch ein Mensch ist. Hin und wieder wird dabei auch Medienkritik laut, von Hetzjagd und an den Pranger stellen ist dabei etwa die Rede.

Steffen Ebert etwa äußert sich auf unserer Facebook-Seite zu den Vorwürfen gegen Wulff folgendermaßen:"Er hat Kredit bekommen von Freunden mit Zinsrückzahlung und bei Freunden genächtigt, die er schon Jahre kennt. Wer von euch würde das nicht so machen?"

Ähnlich sieht es auch Britta Hecht. Sie schreibt: "Und Wulff hat nur einen Privatkredit genommen, man sollte nicht übertreiben und sich auf ihn einschießen. Dass er jetzt versucht sich zu verteidigen, ist klar. Dass ihm das nicht gut gelingt, ist schlechte Diplomatie und er sollte sich mal bessere Berater anschaffen." Und Torek Photograph merkt an: "Ja und Ihr seid alle Engel. Haben wir nichts Besseres zu tun als ständig Fehler bei anderen zu suchen?"

Positiv über das Interview an sich äußert sich etwa Christian Knippschild. "Starkes Interview - er hat alles plausibel dargelegt - jetzt ist auch gut!", schreibt er. Mark-Holly Klinkhammer bemerkt: "Wulff for president. Ich finde auch, jetzt ist gut, wir sind alle nur Menschen."

Ein wirkliches Ende der Diskussion scheint allerdings nicht absehbar - zumal die "Bild"-Zeitung den Wortlaut des Anrufbeantworter-Spruches von Christian Wulff veröffentlichen möchte - allerdings nur mit Zustimmung des Präsidenten. Dieser lehnt allerdings eine Veröffentlichung ab.

Quelle: das/rm/das/csi/csr

 
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