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Persönlich
Ursula von der Leyen hat Ärger mit der US-Uni Stanford

Porträt: Von der Leyen - Ministerin mit Ambitionen
Porträt: Von der Leyen - Ministerin mit Ambitionen FOTO: dpa, Hannibal Hanschke
Düsseldorf. Sie war bereits als Bundespräsidentin im Gespräch und gilt als mögliche Nachfolgerin von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Doch im Moment hat Ursula von der Leyen (CDU) einen ziemlich schlechten Lauf. Man könnte auch sagen: Wenn einmal der Wurm drin ist ... Von Detlev Hüwel

Nicht genug damit, dass ihre Dissertation im Fach Frauenheilkunde derzeit auf angebliche Plagiate untersucht wird - jetzt hat die Bundesverteidigungsministerin und siebenfache Mutter auch noch Ärger mit der renommierten Universität Stanford im US-Bundesstaat Kalifornien. Auf ihrer Internetseite gibt die 57-Jährige an, 1993 - zwei Jahre nach ihrer Promotion - "auditing guest", also Gasthörer in Stanford gewesen zu sein. Zudem gab es ihren Angaben zufolge 1995 einen "Aufenthalt an der Stanford Health Services Hospital Administration".

Stanford wirft der Gynäkologin jedoch vor, in ihrem Lebenslauf zu Unrecht auf diese beiden Stationen zu verweisen, wie die "Welt am Sonntag" berichtet. Von der Leyen habe dort niemals an einem Seminar oder Kurs teilgenommen, der mit einem Leistungsnachweis hätte abgeschlossen werden müssen. Wer sich dennoch auf Stanford berufe, tue dies missbräuchlich, so die Uni.

Obwohl von der Leyen darauf verweisen kann, dass sie dort ein halbes Jahr lang für die stellvertretende Krankenhausdirektorin an einer Marktanalyse gearbeitet hat, bleibt der Eindruck, als habe sie sich mehr als sachlich gerechtfertigt mit dem Namen der Elitehochschule brüsten wollen.

Doch brisanter als dieser Vorfall könnte das Prüfergebnis der Medizinischen Hochschule Hannover werden. Sollte sie den Daumen senken, müsste von der Leyen - ähnlich wie Ex-Wissenschaftsministerin Annette Schavan - der Doktortitel aberkannt werden. Dann wäre es wohl vorbei mit den rosigen Aussichten der Ministerin, für deren Vater - den früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht - sie stets das "Röschen" war.

Quelle: RP
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