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Brüssel
EU will dünne Plastiktüten verbannen

Brüssel. Die Bundesregierung begrüßt den Plan, will aber für Deutschland keine Änderung.

Europas Verbraucher sollen weniger Plastiktüten benutzen und so die Umwelt schonen. Dazu will die EU-Kommission den europäischen Staaten künftig auch nationale Verbote erlauben. "Plastiktüten sind ein Symbol unserer Wegwerfgesellschaft", sagte Umweltkommissar Janez Potocnik. "Sie bestehen aus Material, das Hunderte Jahre hält – aber wir nutzen sie nur für ein paar Minuten." Im Visier hat er Tüten mit einer Dicke von weniger als 50 Mikrometern – das entspricht 0,05 Millimetern. Es geht also nur um leichte Einkaufs-Tragetaschen. Gegen Mülltüten, Beutel für die Hinterlassenschaft beim Hundespaziergang oder schwere Plastik-Einkaufsbeutel richten sich die Pläne nicht.

Die Bundesregierung begrüßte den Schritt, sieht aber keinen Reformbedarf in Deutschland. "Für weitergehende Regelungen, wie ein Verbot oder eine Abgabe, besteht keine Veranlassung. Ohnehin werden Tragetaschen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel nicht mehr kostenlos abgegeben", sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums. Auf dieser Linie liegt auch der für Ökologie zuständige SPD-Unterhändler Ulrich Kelber. "Plastiktüten sind überflüssig und gefährlich", ergänzte er.

Derzeit dürfen die EU-Staaten die Tüten zwar besteuern, aber nicht verbieten. Dies soll sich künftig ändern. Denn unter den Folgen leiden Umwelt und Meerestiere. Viele der Einweg-Tüten landen im Meer. Dort verfangen sich Vögel und Fische in ihnen oder verschlucken kleine Partikel. Bei Nordseevögeln hatten 94 Prozent der untersuchten Tiere Plastik im Magen. Jeder Europäer nutzt rund 200 Plastiktüten pro Jahr.

(ing/mar/qua)
 
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