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Rom
Flüchtlingsboote sinken vor Libyen

Rom. Bei Havarien sterben mehr als 100 Menschen. 4000 werden an einem Tag gerettet.

Experten befürchten, dass bei einem Schiffsunglück im Mittelmeer mehr als 100 Migranten umgekommen sind. Falls sich die Berichte der rund 550 Geretteten bestätigen sollten, würden noch 100 Menschen vermisst, teilte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mit. Fünf Leichen waren bereits geborgen worden. Überlebende hatten dem italienischen Fernsehen berichtet, auf ihrem gekenterten Kutter hätten sich 650 Menschen befunden.

Das völlig überfüllte Boot war am Mittwoch vor der libyschen Küste gekentert. Die Insassen hatten zuvor zwei Schiffe entdeckt und sich alle auf eine Seite verlagert. Rettungskräfte versuchten daraufhin auch unter Einsatz von Hubschraubern, die Migranten aus dem Wasser zu holen. Am Donnerstag ereignete sich vor Libyen eine weitere Flüchtlingstragödie mit mindestens 20 Toten. Bis zum Nachmittag seien 88 Migranten gerettet worden, sagte ein Sprecher der EU-Mission Eunavfor, die im Mittelmeer den Menschenschmuggel bekämpft. Flugzeuge hatten die Verunglückten zuvor im Meer entdeckt. Nachdem ihr Holzboot 55 Kilometer vor Libyen gesunken war, klammerten sich viele noch an das Wrack. Aus Hubschraubern seien ihnen Schwimmwesten zugeworfen worden, hieß es.

Innerhalb von 24 Stunden wurden im südlichen Mittelmeer 4000 Flüchtlinge gerettet. Insgesamt dürften damit seit Januar 44.000 Bootsflüchtlinge Italien erreicht haben. Im Vorjahreszeitraum waren es 40.000 gewesen. Der IOM zufolge stechen die Boote zunehmend nicht nur von libyschen, sondern auch von ägyptischen Häfen in See. Das italienische Innenministerium rechnet mit bis zu 200.000 Flüchtlingen bis zum Jahresende.

Quelle: RP
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