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Berlin
Studenten klagen über zunehmenden Stress

Berlin. Durch Zeitdruck und Zukunftsängste fühlen sich Studierende in Deutschland nach einer aktuellen Umfrage stärker unter Stress als Beschäftigte im Job. Studentinnen leiden unter dieser Situation mehr als ihre männlichen Kommilitonen, an staatlichen Hochschulen ist das Überforderungsgefühl höher als an den privaten, und Bachelor-Studenten klagen darüber häufiger als die schon reiferen Master-Kandidaten. Stress-Studienfach Nummer eins ist Tiermedizin, am Ende der Skala stehen die Sportwissenschaften.

Grundlage der Studie ist eine Online-Befragung mit mehr als 18.000 Teilnehmern. Der AOK-Bundesverband hatte Wissenschaftler der Universitäten Potsdam und Hohenheim mit der bisher größten repräsentativen Erhebung zum "Studi-Stress" beauftragt. "53 Prozent geben ein hohes Stresslevel an", resümierte die Potsdamer Studienleiterin Uta Herbst. Eine vergleichbare Erhebung aus 2015 habe gezeigt, dass der Anteil der in der Arbeitswelt gestressten Beschäftigten bei "nur" 50 Prozent liege.

Ein Grund für das hohe Belastungsgefühl von Studenten sei die Bologna-Reform von 1999 zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraumes, die mit erhöhtem Prüfungsstress einherging, so das Fazit der Experten. Nach Bundesländern steht Nordrhein-Westfalen an der Spitze der Stresswert-Tabelle, vor Sachsen-Anhalt, dem Saarland und Sachsen.

(dpa)
 
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