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Was Deutschland an seinen Zivis hatte

Solange kein Atomkraftwerk explodiert oder Unwetter über Deutschland hereinbrechen, ist der Katastrophenschutz kaum ein Thema. Das ist fatal. Denn wenn er gebraucht wird, ist der koordinierte Flächeneinsatz von Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Technischem Hilfswerk die einzige Chance. Von Thomas Reisener

Der Katastrophenschutz hat mit Personalknappheit zu kämpfen. Auch in der Altenpflege und anderen sozialen Bereichen fehlt es an bezahlbaren Kräften. Alles Aufgaben, für die früher rund 100.000 Zivildienstleistende zur Verfügung standen. Fünf Jahre nach der Aussetzung der Wehrpflicht sieht Deutschland nun, was es an seinen Zivis hatte.

Als die Bundesregierung sich 2011 dazu entschloss, wurde dieser Aspekt offenbar unzureichend bedacht. Der damals eingeführte Bundesfreiwilligendienst ersetzt bis heute bestenfalls die Hälfte der damaligen Zivis. Beim Katastrophenschutz verlässt die Politik sich nun überwiegend auf das Ehrenamt. Wenn das dauerhaft funktionieren soll, muss sie auch mehr für das Ehrenamt tun: Kostenlose Versicherungen und Ausgleichszahlungen für Arbeitgeber zum Beispiel, die Ehrenamtler freistellen. Bundesverdienstkreuze allein reichen nicht.

Quelle: RP
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