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Meerbusch: Prozess gegen Ex-Ratsherrn

VON MARC PESCH - zuletzt aktualisiert: 28.11.2009

Düsseldorf (RPO). Am Dienstag beginnt das Verfahren vor dem Landgericht Düsseldorf. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 37-Jährigen Betrug vor. Parallel dazu läuft ein weiteren Prozess gegen ihn in Gera.

Büderich Er war ein Freund des großen Auftritts, Ex-Kreistagsmitglied, Ex-Ratsherr in Meerbusch, Villenbesitzer, Autonarr und Rechtsanwalt – jetzt muss er sich gleich doppelt vor Gericht verantworten. Am Landgericht Gera wird wegen Betrugs bereits seit Juni gegen den 37-Jährigen verhandelt, am Dienstag beginnt am Landgericht Düsseldorf ein weiterer Prozess gegen ihn. Der Vorwurf: Betrügereien in Millionenhöhe (RP berichtete).

Verfahren in Thüringen

Noch im Sommer 2007 hatte der Angeklagte als Pilot am Steuer eines Mercedes-Oldtimers an der Alpenrallye im österreichischen Prominenten-Ort Kitzbühel teilgenommen, wenig später klickten die Handschellen. Der Vorwurf damals: Betrug beim Verkauf von Luxusautos. Er soll zusammen mit mehreren Komplizen Porsche, Ferrari und Mercedes zum Kauf angeboten, Anzahlungen auch entgegen genommen, die Fahrzeuge aber nie ausgeliefert haben. "Insgesamt geht es um 47 Fälle", so Philipp Redeker, Sprecher am Landgericht Gera. Der Schaden wird auf etliche hunderttausend Euro beziffert. Ein Ende des Prozesses in Gera sei nicht absehbar.

Parallel zum Verfahren in Thüringen beginnt am 1. Dezember ein weiterer Prozess gegen den 37-Jährigen am Landgericht Düsseldorf. "Es geht um Millionenbetrug", so dessen Sprecher Martin Machalitza. Der Beschuldigte soll als Drahtzieher einer achtköpfigen Bande den Verkauf von wertlosen Aktien an ahnungslose Kapitalanleger organisiert haben. Der Gesamtschaden: mehr als 2,3 Millionen Euro. Der Ex-Ratsherr und seine Komplizen sollen den Anlegern vorgetäuscht haben, dass sie mit den Aktien der beiden Firmen "E-Sky Exchange Corp." Und "Largo Energy" jeweils mit Sitz in der Schweiz erhebliche Gewinne erzielen könnten. In Wirklichkeit jedoch soll keine der beiden Firmen in irgendeiner Weise Geschäfte gemacht haben – eine Geschäftstätigkeit war laut Anklage schlichtweg überhaupt nicht vorhanden. Die Aktien waren demnach angeblich nicht mehr wert als das Papier, auf dem sie gedruckt waren.

Durch imposante Internetauftritte und großspurige Versprechungen soll es dem ehemaligen Lokalpolitiker zusammen mit seinen Komplizen gelungen sein, die Aktionäre vom Kauf der Wertpapiere zu überzeugen. Unter anderem soll den geschädigten Anlegern suggeriert worden sein, dass ein Einstieg der Firma Eon kurz bevorstehe, so die Anklage. Glaubt man der Staatsanwaltschaft, dann waren die Angaben der beiden Schweizer Unternehmen nicht mehr als ein einziges Lügengebilde.

Der 37-Jährige muss künftig im vergitterten Gefängniswagen zwischen Düsseldorf und Gera hin und her reisen. "So etwas hatten wir auch noch nicht", sagt Nils Bußee, Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, "der Angeklagte pendelt damit zwischen zwei Betrugsverfahren hin und her."

Eine Stellungnahme des Rechtsbeistands des Angeklagten war gestern nicht mehr zu bekommen.

Quelle: RP

 
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