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"K.o.-Prinz" Feigenbutz nimmt neue Herausforderung an

Boxen: "K.o.-Prinz" Vincent Feigenbutz nimmt neue Herausforderung an
Vincent Feigenbutz. FOTO: dpa, bwu wst hak
Rheinstetten. Der WM-Traum lebt - kein Gegner ist unschlagbar: "K.o.-Prinz" Vincent Feigenbutz strotzt trotz einiger Rückschläge weiter vor Selbstvertrauen. Auch ein kurzfristiger Gegner-Wechsel vor seinem Kampf am Samstag um den IBF-Intercontinentaltitel bringt den 21-Jährigen nicht von seiner WM-Mission ab. 

Statt gegen Andrej Sirotkin boxt der Karlsruher gegen den Ungarn Norbert Nemesapati (22.30 Uhr/Sky Select, ranfighting.de).

"Ich hatte mich zwar auf Sirotkin als Gegner eingestellt, doch ich nehme auch die Herausforderung gegen Nemesapati gerne an", sagte Feigenbutz vor dem Fight im heimischen Rheinstetten. Der ungeschlagene Russe Sirotkin (32) mit dem schillernden Kampfnamen "Beast of the east" war kurzfristig krank geworden und musste den Fight im Supermittelgewicht absagen.

Nemesapati bestritt mit 21 Jahren in seiner jungen Karriere bereits 30 Profikämpfe, von denen er fünf verlor - alle gegen namhafte Kämpfer wie Nathan Dirrell oder Callum Smith nach Punkten. "Dirrell und Smith haben es nicht geschafft, ihn auszuknocken. Das möchte ich jetzt vollbringen", versprach "Iron Junior" Feigenbutz.

Vor drei Jahren noch als "die" große Boxhoffnung gefeiert, musste Feigenbutz in der Zwischenzeit einige empfindliche Rückschläge verarbeiten. Vor allem die Niederlage im zweiten Kampf gegen den Italiener Giovanni de Carolis, als der um keinen Spruch verlegene Feigenbutz jüngster deutscher Weltmeister aller Zeiten hätten werden können, setzte ihm lange zu. Mit Siegen in vier Aufbaukämpfen meldete er sich aber im Anschluss zurück.

Gut getan hat ihm dabei vor allem die Professionalisierung seines Umfeldes. Nach der WM-Schlappe bekam er vom Sauerland-Stall zunächst mit Karsten Röwer und jetzt mit Valentin Silaghi endlich Top-Trainer an die Seite gestellt, die ihn vor weiteren Abstürzen schützen sollten.

Trainingslager in Osteuropa

Weiterhin nicht verzichten will Feigenbutz in seiner Vorbereitung auf die knochenharten Trainingslager in Osteuropa. Dieses Mal schwitzte er in den slowenischen Bergen und absolvierte dort unter der Anleitung des slowenischen Pioniers Jozef First ein spezielles Programm. "Es handelt sich um Trainings- und Ausbildungsmethoden, die eigentlich nur Special-Forces erhalten", sagte sein Manager Rainer Gottwald, der auf Details nicht eingehen wollte.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Rechtsausleger (27 Kämpfe/25 Siege/23 Knockouts) die Vorgaben umsetzt und am Samstag die Hürde auf dem Weg zur nächsten WM-Chance nimmt. Schon Ende des Jahres soll im Falle eines Sieges der nächste WM-Kampf winken. Außerdem warten in Weltmeister Tyron Zeuge und Ex-Champ Arthur Abraham (beide Berlin) in seiner Gewichtsklasse weitere lukrative Gegner.

Doch vielleicht ist Feigenbutz auch ein Mann für die neue vielversprechende Muhammad-Ali-Trophy, die sein Promoter Kalle Sauerland mit einigen Geschäftspartnern in den USA ins Leben gerufen hat. 50 Millionen Dollar sind dort zu verdienen, die weltweit besten acht Kämpfer einer Gewichtsklasse treten im K.o.-System gegeneinander an. Im September geht es los - auch im Supermittelgewicht. Eine Herausforderung auf internationalem Parkett, die auch den jungen K.o.-Prinzen reizen dürfte.

(sid)
 
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