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"Formel-1"-Sieg in Malaysia
"Grande Seb" Vettel beendet Ferraris Leidenszeit

Vettel feiert ersten Sieg im Ferrari
Vettel feiert ersten Sieg im Ferrari FOTO: afp, DD
Sepang. Formel-1-Pilot Vettel gewinnt in Malaysia vor den erfolgsverwöhnten Silberpfeilen. Ein Sieg, der sich unerwartet schnell einstellte.

Sebastian Vettel kämpfte mit den Freudentränen, schüttelte immer wieder den Kopf, jubelte auf deutsch, italienisch und hessisch, zeigte den Vettel-Finger und dirigierte mit Gänsehaut wie einst sein Idol Michael Schumacher die letzten Takte der italienischen Hymne. "Grande Seb" hat mit dem Sieg beim Grand Prix von Malaysia in seinem zweiten Rennen für Ferrari sich selbst und die gesamte Scuderia auf Wolke sieben katapultiert.

"Ferrari is back - Ferrari ist zurück", jubelten die Verantwortlichen um Teamchef Maurizio Arrivabene, der sich seiner Tränen nicht schämte. Vettel war sichtlich bewegt, er habe "bei der italienischen Hymne in die Augen der Mechaniker" gesehen. Die Freude, die Liebe, die er darin gefunden hat, machten den Kindheitstraum für den viermaligen Weltmeister perfekt.

Mit einer taktischen Meisterleistung ließ Vettel in seiner "Eva" genannten Roten Göttin die erfolgsverwöhnten Silberpfeile mit Weltmeister Lewis Hamilton auf Rang zwei sowie Nico Rosberg auf drei hinter sich und bescherte Ferrari den ersten Sieg seit 686 Tagen. Der Heppenheimer sandte Grüße an die Familie, Freundin Hanna, an sein Töchterchen und scherzte in Richtung Mercedes auf Hessisch: "Me hawwe se ferdisch gemachd."

Mit dem Erfolg in Sepang, seinem 40. und dem ersten seit 24. November 2013, ist Vettel endgültig in die Fußstapfen von Rekordweltmeister Michael Schumacher getreten. Er könne sich gut an dessen Siege erinnern, "es gab da ja ein oder zwei", sagte Vettel. Für ihn steht dieser Erfolg über dem Premieren-Sieg 2008 im Toro Rosso: "Es bedeutet ein bisschen mehr für mich. Michael war mein Held, jeder auf der Kartbahn hat zu ihm aufgeschaut." Die Fußstapfen seines Freundes, der sich nach seinem schweren Skiunfall in der Reha befindet, seien groß, aber "ich habe unterschrieben, um den Titel zurück nach Maranello zu holen". Nach zwei der 19 Rennen führt Hamilton (43 Punkte) vor Vettel (40) und Rosberg (33).

Da Ferrari seit Fernando Alonsos Sieg am 12. Mai 2013 in Barcelona auf einen Erfolg wartete, war Ende des vergangenen Jahres in Maranello alles erst auf den Prüfstand und dann auf den Kopf gestellt worden. Überall neue Gesichter, angefangen bei Vettel und Arrivabene. Der Teamchef blieb nach den ersten Emotionen aber cool, will "mit den Füßen auf dem Boden bleiben": Erst, wenn nach 2007 (Kimi Räikkönen) und 2008 mit der Konstrukteurs-Krone der WM-Titel wieder nach Maranello geholt wird, ist seine Mission erfüllt. Dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist, wissen sowohl Vettel ("Wir müssen realistisch bleiben") als auch Arrivabene.

Mercedes stand sich in Sepang mit seiner Strategie selbst im Weg, noch mal werden sich die Silberpfeile wohl nicht so überrumpeln lassen. "Wir werden zurückschlagen, das lassen wir uns nicht gefallen", sagte Rosberg, der trotzdem fair gratulierte. Auch Weltmeister Hamilton musste zugeben: "Sie waren zu schnell für uns."

Als der Schwede Ericsson seinen Sauber in der fünften Runde im Kiesbett geparkt hatte, kam das Safety Car auf die Strecke. Während Hamilton und Rosberg wie fast alle anderen Piloten sich neue Reifen an der Box holten, blieb Vettel draußen. Der entscheidende Schachzug - auch weil "Eva" mit den weicheren Reifen viel besser zurechtkam als die Silberpfeile.

(sid/dpa)
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