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Bayer Leverkusen
Verletzungen sind Bayers treuer Begleiter

Bayer Leverkusen: Verletzungen sind Bayers treuer Begleiter
Diagnose: Riss des Syndesmosebandes: Wendell muss wohl seinen Olympia-Traum abhaken. FOTO: dpa
Leverkusen. In der vergangenen Spielzeit blieben die Leverkusener von schlimmeren Verletzungen weitgehend verschont. In dieser Saison aber waren oder sind 16 Profis des Bundesligisten verletzt. In der Nachbetrachtung wird das sicher Thema sein. Von Stefanie Sandmeier

Es war die zweite schlechte Nachricht innerhalb von 24 Stunden. Einen Tag, nachdem sich der Brasilianer Wendell einen Riss des Syndesmosebandes zuzog, erlitt der Ukrainer Vladlen Yurchenko einen Außenbandriss am linken Knie. Beide fallen mindestens für den Rest dieser Saison aus. Wendell wurde bereits am Mittwoch in Köln operiert und wird morgen in Leverkusen seine Reha beginnen.

Jede Verletzung für sich ist besonders tragisch, im Fall von Wendell kommt sie aber zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Der 22-Jährige hat den großen Traum, mit der brasilianischen Olympia-Auswahl in diesem Sommer an den Spielen in seinem Heimatland teilzunehmen. Ob das angesichts dieser schweren Verletzung überhaupt noch realistisch ist, dahinter steht ein sehr großes Fragezeichen.

Yurchenko wird auch in der Vorbereitung auf die kommende Saison noch nicht fit sein. Der Kapitän der ukrainischen U 21-Nationalmannschaft erlitt seine Knieverletzung ebenfalls im Training am Dienstag. Auch für ihn ist das ein Rückschlag. Der 22-Jährige schien gerade angekommen - Yurchenko hatte sich als gute Alternative im defensiven Mittelfeld bewiesen. Seine guten Leistungen verhalfen ihm zu einer zweijährigen Verlängerung. Jetzt muss auch er erst einmal pausieren - wie so viele aus seiner Mannschaft vor ihm schon.

Der Ukrainer ist bereits der 16. Leverkusener Profi, der in der laufenden Bundesliga-Spielzeit verletzt für mindestens ein Spiel ausfiel. Bei aller Euphorie um den sportlichen Aufschwung ist das eine Zahl, die in der Analyse dieser Saison noch einmal Thema sein wird. In der zurückliegenden ersten Spielzeit unter Roger Schmidt war die BayArena ein Biotop mit vergleichsweise großer körperlicher Unversehrtheit. Die Werkself gehörte hinter Borussia Mönchengladbach zu den Mannschaften mit den wenigsten verletzungsbedingten Ausfällen. Eine Uefa-Statistik wies Bayer 04 im Ranking aller Champions-League-Teilnehmer der Saison 2014/15 in der Kategorie "muskuläre Verletzungen" die wenigsten Ausfälle zu. Doch in dieser Saison ist das Biotop spürbar trockengelegt. Die Ausfälle ziehen sich wie eine Pechsträhne durch die Spielzeit. Besonders auffallend: die Häufung der langen Ausfallzeiten. Am schlimmsten hat es Charles Aránguiz erwischt, der die ersten 28 Spieltage verpasste. Seinen Achillessehnenriss zog er sich ohne Gegnereinwirkung zu. "Das ist dann auch einfach Pech", kommentierte seinerzeit Roger Schmidt.

Ob es im Fall von Lars Bender oder auch Ömer Toprak, die zusammen gerechnet 34 Ligaspiele fehlten, auch Pech war oder vielleicht an falscher Belastungssteuerung, fehlender Rotation oder gar einer zu frühen Rückkehr auf den Rasen lag, wird intern sicher aufgearbeitet.

Toprak hatte sich nach einem Sehnenriss im Oberschenkel Anfang August, der ihn über Wochen außer Gefecht setzte, und einem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich Mitte Februar gerade zurückgekämpft - da erwischte es den 26-Jährigen erneut. Der Innenverteidiger zog sich im Spiel gegen den HSV einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu - und zwar an der gleichen Stelle. Auch Bender ist leidgeprüft. Ihn setzte eine langwierige Sprunggelenkverletzung außer Gefecht. Kurz vor seinem Comeback Anfang März zwang ihn ein Muskelfaserriss erneut zur Pause. Seine Ausfallzeit: 18 Ligaspiele. Die Liste lässt sich erweitern mit Tin Jedvaj (drei schwere Muskelverletzungen im Oberschenkel), Roberto Hilbert (Muskelbündelriss, dann Schlüsselbeinbruch), Kyriakos Papadopoulos (Sehnenriss) oder Kevin Kampl (Wadenbeinbruch). Irgendwann waren es mal neun Verletzte gleichzeitig. Wenn die Situation ein Gutes hatte, dann, dass Spieler aus der zweiten Reihe ihre Chance nutzten.

Die Suche nach den Ursachen fällt dabei schwer. Den einen Grund, der alles erklärt, gibt es nicht. Schmidt betonte stets, keinen näheren Zusammenhang zu erkennen. Jede Verletzung habe ihre eigene Geschichte, sagte er. In der Summe aber brachten diese beinahe eine ganze Saison in Gefahr.

Quelle: RP
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