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Borussia gewinnt bei Hertha BSC
Die Berliner Luft tut Raffael gut

Raffael hämmert den Ball aus 28 Metern in den Winkel
Raffael hämmert den Ball aus 28 Metern in den Winkel FOTO: ap, SO
Dieter Hecking hat viel erlebt im Fußball. Deswegen wusste er, dass auch ein 3:0 nach 20 Minuten, in denen "es läuft wie Butter", keine Garantie sind. Sein Team zitterte, schaffte am Ende aber einen "verdienten" 4:2-Erfolg bei Hertha BSC  Berlin, wie Hecking befand. Von Karsten Kellermann, Berlin

"Für uns war wichtig, dass wir vor dem Heimspiel gegen die Bayern in eine gute Position kommen", sagte Hecking. Sein Team schafft es das, und geht als Tabellendritter aus dem Samstag – und ist somit zunächst mal oben dabei.

Borussia hat den dritten Auswärtssieg in Folge, der die Punkte 19, 20 und 21 einbrachte, mit höchster Effektivität erwirtschaftet. Acht Torschüsse fanden Eingang in die Statistik, vier davon trafen ins Ziel.  Matchwinner war Raffael, der Ex-Berliner, der zweimal traf. Hecking hatte den zuletzt in die Kritik geratenen "Maestro" schon vor der Berlin-Tour verteidigt, nun fühlte er sich in seinen Worten bestätigt. "Er wusste selbst, dass das, was er zuletzt gespielt hat, nicht das Gelbe vom Ei war, aber wenn er dann so eine Reaktion zeigt, ist das doch prima. Es waren nicht nur die beiden Tore heute, er hat viele schlaue Dinge gemacht", sagte Hecking. Raffael erzielte mit einem Traumtor das 3:0 und später, nach seiner starken Kombination mit Lars Stindl und Patrick Herrmann, der Raffael mustergültig bediente, das entscheidende 4:2. "Vielleicht war es die Berliner Luft", sagte Hecking mit einem Grinsen.

Einzelkritik: Sommer strahlt Sicherheit aus - Kramer und Zakaria im Zentrum stark FOTO: dpa, soe jai

Er hatte seinem Team eine defensivere Herangehensweise verordnet, "wir wollten aus einer kompakten Defensive heraus Nadelstiche setzen", erklärte Hecking den Ansatz. Drei der Nadelstiche saßen in den ersten 20 Minuten, zunächst traf Kapitän Lars Stindl, den der starke Denis Zakaria bedient hatte, dann Thorgan Hazard per Elfmeter, auf der Schiedsrichter Christian Dankert mit Unterstützung des Videoassistenten entschied, und eben Raffael. Raffael wollte nichts sagen zu seinem großen Tag, er hat sich indes in der Sprache geäußert, die seine liebste ist: mit seinen beiden Toren. Das erste war dabei wie ein Ur-Schrei.

"Ankreiden lassen müssen wir uns, dass wir danach zu passiv waren und die Herthaner dadurch zurück in Spiel haben kommen lassen. Wir wussten schon vorher, dass Berlin bei Standards stark ist. Diese Situationen wollten wir eigentlich vermeiden", monierte jedoch Stindl. "Was wir uns heute vorwerfen lassen müssen, ist, dass nach dem 3:0 der Sack hätte zu sein müssen. Da hätten wir eine klare Dominanz ausstrahlen müssen und den Gegner gar nicht mehr Ballbesitz überlassen dürfen", sagte auch Sechser Christoph Kramer. 56 Prozent Ballbesitz hatte Hertha in der Summe, im ersten Durchgang waren es aber 66. So wuchs der Druck der "alten Dame", und hätte Sommer nicht beim Kopfball von Vedad Ibisevic überragend reagiert, wäre vielleicht eingetreten, was Hertha-Trainer  Pal Dardai vermutete: "Wenn wir schnell das 2:3 machen, sprechen wir vielleicht noch über einen Sieg."

"In der Phase vor dem 1:3 waren wir aber ein bisschen passiv, haben zu viele Hereingaben und zu viele Standards gegen uns zugelassen, die gefährlich waren. Da war es fast logisch, dass der Anschlusstreffer fällt", sagte Hecking. Das geschah in der 71. Minute. "Aber wir hatten die richtige Antwort parat", sagte Hecking mit Blick auf das 4:2 durch Raffael. "Gott sei Dank hat die Mannschaft dann noch mal eine Idee gehabt und das vierte Tor super herausgespielt. Platz drei ist eine schöne Momentaufnahme, mehr aber auch nicht", sagte Hecking. "Hinten heraus haben wir aber noch mal einen Gang hochgeschaltet und insgesamt auch verdient gewonnen. Jetzt freuen wir uns auf das Duell in der nächsten Woche gegen die Bayern vor heimischen Publikum", sagte Lars Stindl, der seine "gute Woche" mit dem zweiten Tor binnen fünf Tagen abschloss. 

Borussias Scorerliste 2017/18 FOTO: Dieter Wiechmann
 
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