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Borussia Mönchengladbach
Drei wichtige Erkenntnisse der Reise ins "Paradies"

Celtic - Borussia: Einzelkritik
Celtic - Borussia: Einzelkritik FOTO: dpa, vxh ase
Glasgow. Als der Abend zu Ende ging, gab es im Celtic Park in Glasgow eine große Geste. Die Fans der "Celts" gingen zu den Gladbach-Anhängern, gratulierten ihnen zum Sieg und boten ihre Schals zum Tausch an. Schotten wissen große Kämpfer zu schätzen, und sie gönnen denen, die dafür ehrlich kämpfen, auch den Erfolg. Von Karsten Kellermann, Glasgow

Eben das haben die Gladbacher getan, weil sie Celtic keine Chance ließen. Die Celtic-Fans hatten den Borussen eine "Fright Night", versprochen, die Hölle wollte das Team in Grün und Weiß den Gästen im "Paradise", wie der Celtic Park auch heißt, bereiten. Doch es wurde für die Borussen ein höllisch guter Abend im "Paradies", denn der Sieg hat, mal abgesehen von den ersten drei Champions-League-Punkten drei wichtige Erkenntnisse gebracht.

  • Erkenntnis 1: Rezept gegen die Auswärtsschwäche

Die Borussen sind in der Liga nicht gut, wenn sie verreisen. Nun haben sie ein Generalrezept für das gute Auswärtsspiel: den Abend im Celtic Park. Borussia war mutig und zugleich besonnen, sie verteidigte konsequent, spielte aber auch konsequent nach vorn. Zunächst fehlte die Konsequenz vor dem Tor, dann war sie da – zum richtigen Zeitpunkt.

Mut, Besonnenheit, Konsequenz, das sind Eigenschaften, die in Zukunft auswärts helfen können. Wenn die Borussen das abrufen, was sie in Glasgow gezeigt haben, werden sie es jedem Gegner in dessen Stadion schwer machen. Auch der FC Bayern muss am Samstag dann erst mal Lösungen finden.

  • Erkenntnis 2: Der Kader ist breit

Der Sieg in Glasgow gelang ohne Raffael, Thorgan Hazard, Fabian Johnson und Andreas Christensen. Alle vier gehören zur Achse des Teams, sind Takt- und Strukturgeber. Nun haben die anderen gezeigt, dass sie auch ohne sie ein großes Spiel gewinnen können. Auf Sicht geht es nicht ohne die Topleute, gleichwohl hat Borussia in Glasgow gezeigt, dass der breite Kader auch qualitativ breit genug aufgestellt ist.

Jannik Vestergaard zum Beispiel hat seine Bewährungsprobe als Abwehrchef bestanden und Jonas Hofmann (Trainer André Schubert: "Er hat seine Chance genutzt"), der ganz weit weg schien vom Team, hat sich als Alternative angeboten für den weiteren Verlauf der englischen Wochen. "Das war mein Neuanfang", sagte Hofmann.

  • Erkenntnis 3: Bereit für große Taten

In Bern hat Borussia den Schritt in die Gruppenphase der Champions League geschafft. Damit wurde das erste internationale Saisonziel erreicht. Nun ist der Weg frei, das nächste zu schaffen: Borussia hat es selbst in der Hand. Glasgow war ein Finale für die Borussen, hätten sie verloren, wäre es wohl vorbei gewesen mit dem Überwintern in Europa. Dank des 2:0 ist der Fortgang der Europa-Tour fast gebucht: Vorteil Gladbach.

Wenn es um etwas geht, sind die Borussen offenbar bereit für große Taten. Das ist ein Wesenszug, der auch am Wochenende in München helfen kann. Und in den kommenden Wochen, in denen es darum geht, die nächste Runde im DFB-Pokal zu erreichen und mindestens Platz drei in der Champions-League-Gruppe fix zu machen.

Borussia sollte viel Selbstvertrauen aus Schottland mitgebracht haben. Glasgow war sicherlich ein limitierter Gegner, doch ist ein Kontrahent immer nur so gut, wie man es zulässt. Borussia war missgünstig und egoistisch. Sie hat die Stimmung im Celtic Park kaputt gemacht. "Das war unser Ziel", sagte Ibo Traoré. Auftrag erfüllt. Weitermachen. Die Bayern sind ein paar Hausnummern größer als Celtic. "Wenn wir aber als Team taktisch diszipliniert spielen, vorn und auch hinten, können wir jeden Gegner ärgern", sagte André Schubert. Auch die Bayern. Es ist Borussia zuzutrauen.

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