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Steffen Korell
"Für uns war es ganz gut, mal einen Cut zu haben"

Borussia Mönchengladbach: Interview mit Steffen Korell
Steffen Korell spielte von 2000 bis 2005 für die Borussia. FOTO: imago sportfotodienst
Mönchengladbach. Der Teammanager spricht über Borussias Trainingslager in Andalusien, die Vorteile der Winterpause und Zugang Timothée Kolodziejczak.

Herr Korell, Borussia ist im Trainingslager in Marbella. Sie waren schon mehrfach dort, das Marbella Football Center ist daher bekannt. Aber war es eher eine Entscheidung gegen die Türkei, wo in den vergangenen Jahren im Winter geübt wurde, wegen der dortigen politischen Verhältnisse, oder für Spanien?

Korell Es ist sicherlich vor allem der Situation geschuldet, dass überhaupt nur ganz wenige Mannschaften in die Türkei fliegen. Vor allem keine deutschen Teams. Und im Trainingslager geht es eben nicht nur um gute Trainingsbedingungen, sondern auch darum, gute Testspiel-Partner zu haben. Das war in der Türkei so nicht vorzufinden. Darum war es die richtige sportliche Entscheidung, nach Spanien zu reisen. Allerdings wäre man in der Türkei wohl auch nicht mit einem guten Gefühl unterwegs gewesen, das muss man schon zugeben.

Wie wichtig ist es, die Umstände in Marbella zu kennen?

Korell Es ist schon ein Vorteil, sich auszukennen, so kann man sich sofort auf das Wesentliche konzentrieren. Die Logistik ist optimal im Marbella Football Center. Wir waren ja schon 2004 und 2005 dort, und seitdem wurde die Infrastruktur noch mal erweitert. Gerade angesichts der Kürze der Zeit ist es eine für uns passende Konstellation.

Lohnt es sich überhaupt, für so wenige Tage nach Spanien zu fliegen?

Korell Wenn man sich die Wetterbedingungen in Deutschland anschaut, haben wir richtig entschieden. Und auch, da wir eine neue Situation mit einem neuen Trainer und einem neuen Spieler haben. Da ist es doch hilfreich, die Gruppe für ein paar Tage zusammenzuziehen und ein Trainingslager im Süden zu machen.

Stichwort neuer Trainer: Hat Dieter Hecking an den bestehenden Planungen viel verändert?

Korell Es gab ja nicht sehr viel Spielraum, da die Zeit kurz ist und die grundsätzlichen Entscheidungen getroffen waren. Aber er hat noch mal Einfluss auf die Spiele genommen. Ihm war es wichtig, die beiden Testspiele an einem Tag zu haben, um alle Spieler einheitlich belasten zu können. So mussten wir ein vereinbartes Spiel absagen und einen anderen Gegner finden. Aber wir sind ein gerngesehener Gegner, und so war es nicht so schwer, einen neuen Spielpartner zu finden.

Was ändert sich generell, wenn ein neuer Trainer da ist?

Korell Es ist für jeden eine Herausforderung, weil sich einiges ändert. Aber Dieter Hecking findet ein sehr erfahrenes und motiviertes Team vor, das damit gut umgehen kann.

Ist das Wintertrainingslager generell ein Auslaufmodell? Im nächsten Jahr beginnt die Saison schon am 12. Januar wieder, da bleibt kaum Zeit wegzufahren.

Korell Das stimmt, es wird dann schwer, noch mal in den Süden zu fahren. Man wird dann mehr oder weniger einen nahtlosen Übergang von der Hin- in die Rückrunde haben.

Finden Sie das gut?

Korell In England gibt es ja den Extremfall, gar keine Pause zu haben. Das ist nicht mein Favorit. Speziell für uns war es in diesem Jahr ganz gut, mal einen Cut zu haben, um den Kopf frei zu kriegen. Aber die Pause um eine Woche zu verkürzen, sehe ich nicht als problematisch an.

Für Sie als Scout ist es aber von Vorteil, dass in anderen Ligen derzeit gespielt wird.

Korell Stimmt. Ich werde daher auch nicht die gesamte Zeit im Trainingslager sein, sondern noch Spiele schauen. Das sind aber Dinge, die die neue Saison betreffen, nichts Akutes.

Sie haben schon mehr als andere mit dem neuen Abwehrspieler Timothée

Kolodziejczak zu tun gehabt. Was für ein Typ ist er?

Korell Uns ist es bekanntlich wichtig, zu wissen, wie die Spieler sind. Gerade in seinem Fall haben wir über Jahre Informationen gesammelt, wir kennen ihn ja schon, seit er 17 ist. Ich habe ihn als sehr kommunikativ erlebt und als jemanden, der mit 25 mitten im Leben steht und seine Erfahrungen gemacht hat. Die kann er weitergeben an junge Spieler. Ich denke, wir werden alle von ihm profitieren. Er wird sich schnell zurechtfinden, auch dabei wird ihm seine Erfahrung helfen. Auch ihm hilft das Trainingslager, schnell im Team anzukommen.

Dieter Hecking wird mit ihm, aber auch mit allen anderen Spielern Einzelgespräche führen. Wird das sogar das Wichtigste sein im Trainingslager?

Korell Diesbezüglich hat er ja sehr viel Erfahrung. Darum wird er die Zeit optimal nutzen und seinen Job sehr gut machen.

Quelle: RP
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