Bundesliga
| 12.01 Uhr
Borussia Mönchengladbach
Eberl kann für 22 Millionen Euro einkaufen
Das ist Max Eberl
Das ist Max Eberl FOTO: dpa, Andreas Gebert
Mönchengladbach. Stehende Ovationen für Trainer Lucien Favre und viel Applaus für Sportdirektor Max Eberl – Borussias Mitgliederversammlung am "Tag der Arbeit" war ein Spiegel der Saison: Die Stimmung ist bestens beim Bundesliga-Vierten, der für die Qualifikationsspiele zur Champions League qualifiziert ist. 2000 Borussen waren in den Borussia-Park gekommen. Von Karsten Kellermann

Borussias sportlicher Höhenflug wird sich finanziell niederschlagen. Geschäftsführer Stephan Schippers erwartet für das Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro. Darin sind Transfererlöse für Marco Reus (für 17 Millionen zu Borussia Dortmund) und Dante (für fünf Millionen Euro zum FC Bayern) enthalten. Im Jahr zuvor lag der Umsatz bei rund 78 Millionen Euro. 2011 schloss der Klub mit einem Minus von 3,5 Millionen Euro ab. Schippers kündigte an, dass Sportdirektor Max Eberl und Trainer Lucien Favre rund 22 Millionen Euro in das Team für die neue Saison investieren dürfen.

Erstmals seit 16 Jahren wieder international

Borussia hat sich erstmals seit 16 Jahren für den Europapokal qualifiziert. Der Verein floriert auch sonst. Mit dem Merchandising verdiente Borussia 22,5 Millionen Euro, hat jetzt 52.500 Mitglieder und 825 Fanklubs, zu den Heimspielen dieser Saison kamen im Schnitt fast 52.000 Zuschauer, 13-mal war der Borussia-Park in der vergangenen Saison ausverkauft.

"2011 war ein Jahr mit zwei diametral entgegengesetzten Hälften, weil wir fast sechs Monate auf Platz 18 standen und im zweiten Jahr in den oberen Tabellenregionen dabei waren", sagte Schippers. Der Misserfolg war teuer, das erste Halbjahr brachte ein Minus von rund sechs Millionen Euro. Im Januar wurden 4,4 Millionen Euro investiert, um den Kader mit Martin Stranzl, Mike Hanke, Havard Nordtveit und Michael Fink aufzumotzen für den Abstiegskampf, waren es rund zwei Millionen Euro weniger Fernsehgelder. Der Aufschwung mit dem neun Trainer Lucien Favre und die Relegationsrettung kosteten ebenfalls: Borussia zahlte rund eine Million Euro mehr an Prämien als vorab geplant.

"Trotz des Minus haben wir uns dagegen entschieden, im Sommer Leistungsträger zu verkaufen, das wäre vor einigen Jahren nicht möglich gewesen", sagte Schippers. Dass der Transfer von Michael Bradley nach Aston Villa platzte, der vier Millionen Euro bringen sollte, kam hinzu. Der Amerikaner wurde für vergleichsweise "kleines" Geld nach Verona verkauft. In der zweiten Hälfte 2011, als die Borussen sportlich in die Höhenlagen der Tabelle und ins Pokalviertelfinale stürmte, gab es ein Plus von rund 2,5 Millionen Euro. Insgesamt steht aber "zum ersten Mal seit zehn Jahren ein Minus, glauben sie mir, das ärgert mich besonders. Aber 2012 werden wir auch ohne Transfererträge schwarze Zahlen schreiben", sagte Schippers. Und: "Am 19. April hat die DFL Borussia die Lizenz für die neue Saison ohne Auflagen erteilt."

Die "Ultras" werden sich verändern in der neuen Spielzeit: Sie ziehen von Block 18 a um in Block 16. Schippers kündigte zudem an, dass die Preise für die Eintrittskarten in der neuen Saison um zehn Prozent erhöht werden.

Quelle: pst/can/seeg
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