1. Bundesliga 16/17
| 19.53 Uhr

Freitagsspiel in der Bundesliga
Hertha kann Schalke abhängen

Fotos: Köln - Schalke
Fotos: Köln - Schalke FOTO: dpa, mjh hpl
Berlin. Das richtungweisende Duell um den direkten Champions-League-Platz drei bekommt den passenden Rahmen. Pünktlich zum Anpfiff des Top-Spiels am Freitagabend (20.30 Uhr/Live-Ticker) zwischen Überraschungsteam Hertha BSC und Verfolger Schalke 04 ist der neue Rasen fertig verlegt. Auch die Flutlicht-Atmosphäre und die enorme Bedeutung der Partie steigern die Vorfreude auf beiden Seiten.

"Das Schalke-Spiel ist eine Riesenchance, um uns zu zeigen. Am Freitagabend schaut ganz Fußball-Deutschland ins Olympiastadion", sagte Hertha-Trainer Pal Dardai. Mit einem Sieg könnten der Tabellendritte aus Berlin seinen Vorsprung auf die Königsblauen auf vier Punkte ausbauen. Spätestens dann dürfte Dardai das Ziel "Europacup" offiziell ausrufen. Die Pressekonferenz am Donnerstag eröffnete er noch mit den Worten: "Ihr dürft mich alles fragen, aber nicht zur Champions League oder zur Europa League."

Die schwache Leistung bei der jüngsten 0:2-Niederlage beim Hamburger SV dämpfte etwas die Euphorie in der Hauptstadt. Dardai erklärte den Einbruch mit der ungewohnten Belastung in der englischen Woche. Dass die anderen Mannschaften sich auch immer besser auf die unbequeme Spielweise der Herthaner einstellen, überrascht den Ungarn nicht: "Wir haben in der Hinrunde unsere Grenzen verschoben. Dass die Gegner jetzt bissiger gegen uns spielen, ist auch eine Art Kompliment für uns."

Diskussionen um Breitenreiter sind verstummt

Auch die Schalker wollen das Hertha-System entschlüsselt haben. Sie reisen zudem mit reichlich Selbstvertrauen nach Berlin, die sieben Punkte aus drei Spielen haben die Diskussionen um Trainer André Breitenreiter vorerst verstummen lassen. "Wir wollen an unsere Leistung anknüpfen, aber auch Dinge noch besser machen", sagte Breitenreiter. Das Defensivverhalten sei noch nicht optimal: "Das Spiel gegen den Ball gegen Köln war manchmal naiv. Das wird sonst härter bestraft."

Hertha verfügt in Salomon Kalou (12 Saisontore) und Vedad Ibisevic (7) über ein Sturmduo, das schon kleinste Nachlässigkeiten eiskalt auszunutzen kann. Und Schalke wird Fehler machen, davon ist der Ivorer Kalou fest überzeugt: "Wir stehen in der Tabelle über ihnen. Sie stehen unter Druck, nicht wir."

Am beeindruckendsten aber ist die kollektive Arbeit des Dardai-Teams im Spiel gegen den Ball. So hat Hertha in den vergangenen zehn Spielen in der ersten Halbzeit kein einziges Gegentor kassiert. Dem setzt Schalke einen neuen Offensivschwung entgegen, der auch durch die überzeugenden Winter-Neuzugänge Younes Belhanda und Alessandro Schöpf initiiert wird. Für den formschwachen Leroy Sané, Shootingstar der Hinrunde, bleibt dagegen wohl wieder nur die Reservistenrolle.

Überhaupt nicht zum Einsatz kommt der alte Rasen, über den sich in Vergangenheit viele Gegner und auch Hertha selbst beschwert hatten. Stattdessen wurde für rund 130.000 Euro ein neues Grün verlegt, auf dem am 26. März auch die deutsche Nationalmannschaft ihr Länderspiel gegen England bestreiten wird. "Der neue Rasen kommt unserer Spielweise entgegen", meinte Dardai.

(sid)
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