1. Bundesliga 16/17
| 17.37 Uhr

DFB und DFL vor neuer Zerreißprobe
Profis und Amateure streiten um Geld

Porträt: Das ist Reinhard Rauball
Porträt: Das ist Reinhard Rauball FOTO: AP
Frankfurt/Main. Schon vor Wochen haben sich die Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Fußball-Bund über die Eckpunkte des neuen Grundlagenvertrages geeinigt. Nun gibt es Zoff, weil DFB-Vizepräsident Koch Nachforderungen für die Amateure stellt.

Im Streit um den neuen Grundlagenvertrag hat Liga-Präsident Reinhard Rauball heftige Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB) geübt und vor neuerlichen Grabenkämpfen zwischen Profis und Amateuren gewarnt. "Dass jemand, der selbst am Verhandlungstisch saß und die gemeinsamen Eckpunkte mitgetragen hat, nun in der Presse Nachforderungen stellt, ist neu und nicht hinnehmbar", erklärte der Liga-Boss in einem Interview des Fachmagazins "kicker" (Donnerstag) und appellierte an die Adresse des DFB: "Eine Eskalation sollte verhindert werden."

DFB-Vizepräsident Rainer Koch hatte zuletzt öffentlich mehr Geld für die Amateure gefordert, obwohl es laut Rauball in den wesentlichen Punkten seit einiger Zeit Einvernehmen zwischen DFB und Deutscher Fußball Liga (DFL) gebe. "Wir sind irritiert", kommentierte Rauball die Aussagen Kochs. Der Liga-Chef hat daher in einem Brief an DFB-Präsident Reinhard Grindel darum gebeten, "die Dinge intern und öffentlich klarzustellen".

Der neue Grundlagenvertrag für die Jahre 2017 bis 2021 soll auf dem DFB-Bundestag am 4. November in Erfurt verabschiedet werden. Die Eckpunkte des Papiers waren bereits Ende August auf der Liga-Generalversammlung in Berlin im Beisein von DFB-Chef Grindel und Generalsekretär Friedrich Curtius vorgestellt worden. "Nach meinem Kenntnisstand gibt es inhaltlich lediglich noch einen zur abschließenden Klärung anstehenden Punkt mit Blick auf die werbliche Nutzung von Persönlichkeitsrechten der bei den Klubs angestellten Nationalspieler", betonte Rauball.

2,5 Millionen oder 25 Millionen - eine Frage der Rechnung

Koch hatte moniert, dass die Amateure zu wenig von den ab der kommenden Saison auf jährlich 1,16 Milliarden Euro steigenden Liga-Einnahmen aus den Medienrechten profitieren. Statt bisher 1 Million sollen künftig 2,5 Millionen Euro an die Regional- und Landesverbände fließen. Die leichte Erhöhung löse "keine La Ola bei der Basis" aus, sagte Koch der "Sport Bild". Man müsse die Liga überzeugen, dass sie "freiwillig deutlich mehr Geld für die Talentförderung an der Fußball-Basis gibt".

Rauball machte dagegen eine ganz andere Rechnung auf. "Die Höhe der jährlichen Gesamtzahlungen liegt im Saldo bei insgesamt rund 25 Millionen Euro, also zirka zehnmal so hoch wie die mancherorts kolportierten 2,5 Millionen Euro", betonte er. Zudem verzichte die DFL auf eine stärkere Beteiligung an den "massiven Einnahmesteigerungen im Bereich der Nationalmannschaft", obwohl die Liga durch die Abstellungen der Nationalspieler einen erheblichen Beitrag zum Wachstum leiste.

Das Verhältnis zwischen Amateuren und Profis war bereits im Vorjahr nachhaltig gestört. Nach dem Rücktritt von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach im Zuge der Affäre um das WM-Sommermärchen 2006 war das Amateurlager vorgeprescht und hatte den damaligen Schatzmeister Grindel ohne Rücksprache mit den Profis zum Nachfolgekandidaten gekürt. Die Profis tobten, trugen Grindels Wahl letztlich aber mit. Nun droht eine neuerliche Zerreißprobe.

(dpa)
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