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Nach CL-Aus
Ibrahimovic und Co. auf dem Prüfstand: "Ende einer Generation"

Ibrahimovic verschießt Elfmeter gegen City
Ibrahimovic verschießt Elfmeter gegen City FOTO: afp, alb
Bei Paris St. Germain, dem Klub von Nationaltorhüter Kevin Trapp, steht nach dem vierten Viertelfinal-Aus in Serie alles infrage - auch Superstar Zlatan Ibrahimovic. Manchester feiert unterdessen 80-Millionen-Mann Kevin De Bruyne.

Das Bild hatte Symbolcharakter. Matchwinner Kevin De Bruyne beschrieb gerade mit seinem typisch burschenhaften Grinsen den historischen Halbfinal-Einzug von Manchester City, da suchte Zlatan Ibrahimovic mit bleichem Gesicht vergeblich nach einer Erklärung für das erneute Scheitern von Paris St. Germain. "Es ist sehr enttäuschend", sagte der 34 Jahre alte Schwede tief deprimiert. Seine Tage an der Seine dürften gezählt sein.

Beim Scheichklub steht nach dem vierten Viertelfinal-Aus in Serie alles auf dem Prüfstand - vor allem Ibrahimovic. Wieder hatte der Topverdiener einem großen Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken können. Mehr als zwei Freistöße brachte Ibrahimovic im wichtigsten Spiel der Saison nicht zustande.

"Das Ende einer Generation", lautete das vernichtende Urteil der L'Équipe am Tag nach der 0:1-Niederlage in Manchester. Die Zeitung platzierte die schonungslose Abrechnung direkt unter einem Foto des Stürmerstars, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft.

Manchester City - Paris FOTO: afp

"Abgesehen von Thiago Silva scheint die Generation der 30-Jährigen nicht länger die Zukunft des Klubs zu repräsentieren", schrieb Le Parisien und forderte ebenfalls Konsequenzen. Der deutsche Nationaltorwart Kevin Trapp, der den entscheidenden Treffer von De Bruyne (76.) nicht verhindern konnte, wird wohl in den kommenden Wochen größere Umbaumaßnahmen beim ambitionierten Hauptstadtklub beobachten können.

Auch die Kritik an Trainer Laurent Blanc wird lauter, doch der 50-Jährige schloss einen Rücktritt aus. "Ich haue nicht ab", sagte Blanc, nahm das Scheitern aber auf seine Kappe: "Ich habe das Team zusammengestellt, ich habe die Strategie ausgewählt, ich trage die Verantwortung." Der frühere französische Nationaltrainer lobte Manchester für einen konzentrierten Auftritt. "City spielt nicht spektakulär, aber sie haben ihre Leistung auf den Platz gebracht", sagte der 50-Jährige.

Dies galt vor allem für den 80-Millionen-Mann De Bruyne, der ein gutes halbes Jahr nach seinem Abschied aus Wolfsburg längst die Rolle des Superstars bei City übernommen hat. Für seinen erneuten Gala-Auftritt erntete er viel Applaus aus den eigenen Reihen. "In diesem Wettbewerb entscheidet die Qualität", sagte Keeper Joe Hart: "Paris hatte Qualität, wir haben Qualität, aber zum Glück hat unser Hauptdarsteller aus Belgien das Ding für uns geschaukelt."

Agüero schießt Elfmeter daneben FOTO: afp

De Bruyne war da gedanklich schon bei den kommenden Aufgaben, der 24-Jährige will unbedingt den Schritt ins Finale in Mailand am 28. Mai schaffen. "Ab jetzt kann alles passieren", sagte der Offensivmann, der auf der Insel schon zu "King Kev" aufgestiegen ist: "Es wird schwierig, aber auch gegen PSG war es nicht gerade leicht. Wir sind für jeden Gegner bereit."

Auch City-Trainer Manuel Pellegrini, der im Sommer Bayern Münchens Trainer Pep Guardiola weichen muss, will in seiner Abschiedssaison die Latte hoch hängen für seinen Nachfolger. "Natürlich können wir die Champions League gewinnen", sagte der Chilene: "Mit der Leistung aus dem Rückspiel müssen wir uns vor niemandem verstecken."

(sid)
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