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| 07.32 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Fortuna wappnet sich für die Zukunft

Fortuna Düsseldorf wappnet sich für die Zukunft
Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel gibt Innenverteidiger-Talent Robin Bormuth Anweisungen. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Mit Zugängen wie Havard Nielsen oder Niko Gießelmann will der Düsseldorfer Zweitligist alte Schwachstellen beheben. Ob das reicht, unter den ersten sechs Mannschaften zu landen, muss man abwarten. Von Bernd Jolitz

Eine sehr durchwachsene Saison liegt hinter der Fortuna. Viele Anhänger des Zweitligisten sagen sogar: eine schwache Saison. Vor allem im eigenen Stadion, in dem es zwischen dem 10. und dem 34. Spieltag 211 Tage lang keinen Sieg zu sehen gab, präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel zu anfällig. Häufig fehlten Mut und Risikobereitschaft, fast immer das Tempo – und die Abschlussschwäche war ein ebenfalls so treuer wie lästiger Begleiter der Düsseldorfer.

Dennoch liegt Funkel nicht falsch, wenn er die Spielzeit 2016/17 nicht in Bausch und Bogen verdammen und grundsätzlich sogar auf ihr aufbauen möchte. "Wir müssen effektiver werden, das ist klar", sagt der erfahrene Fußballlehrer. "Es gab viele Spiele, die wir vom Verlauf und Chancenverhältnis her hätten gewinnen müssen, es letztlich aber doch nicht taten", erinnert er sich. "Zehn Treffer mehr, die absolut möglich gewesen wären, und wir wären Sechster geworden."

Genau dort liegt die Messlatte für die neue Saison, die am 31. Juli mit dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig beginnt. Einen Platz unter den ersten sechs hat der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer als Saisonziel ausgegeben, und Funkel hatte im Gespräch mit unserer Redaktion ebenfalls in Aussicht gestellt, "dass wir vielleicht sogar oben angreifen können, wenn wir die Mannschaft gezielt auf vier, fünf Positionen verstärken".

In diesem Bestreben ist Fortuna im Laufe der Vorbereitung ein gutes Stück vorangekommen. Im Fürther Niko Gießelmann holten sie einen schnellen, kopfballstarken und sehr variablen Akteur, der alle Positionen auf der linken Seite und sogar in der Dreier-Abwehrkette spielen kann. Anschließend gelang die Rückholaktion von Rouwen Hennings, der in der abgelaufenen Saison bester Angreifer der Düsseldorfer war (neun Tore), dessen Ausleihe vom englischen Premier-League-Klub FC Burnley dann jedoch auslief. Schäfer, Funkel und Hennings selbst bastelten so geschickt an der festen Verpflichtung des 29-Jährigen, dass er zum zweiten Trainingslager in Maria Alm mitfahren konnte.

Die Fans glauben an das Projekt

Dort traf dann etwa zum Bergfest auch der sehnlichst erwartete zweite neue Stürmer ein: Havard Nieseln, 24-jähriger Norweger, der beim Bundesligisten SC Freiburg nicht die von ihm erhoffte Spielzeit bekommen hatte. Seine Vorzüge sind Schnelligkeit sowie Abschlussqualitäten mit beiden Füßen, obendrein spricht er perfekt Deutsch und wird daher keine Probleme haben, sich in der Mannschaft einzufinden. Schon zuvor hatte Fortuna das große Mittelfeldtalent Florian Neuhaus (20) von Borussia Mönchengladbach für ein Jahr ausgeliehen. Damit wäre Funkels Wunschkader nahezu komplett, auch wenn es auf der rechten Außenbahn durchaus noch Optimierungsbedarf gibt, da Jerome Kiesewetter zwar in den letzten Saisonspielen und nun auch in der Vorbereitung überzeugte, zuvor aber nach seinem Wechsel vom VfB Stuttgart eine enttäuschende erste Spielzeit in Düsseldorf hingelegt hatte.

Aber auch noch aus einem anderen Grund ist es schwer, eine verlässliche Prognose für Fortuna zu erstellen. Ihlas Bebou, hochtalentierter, aber noch sehr formunbeständiger Offensivspieler, trägt sich seit Monaten mit Abwanderungsgedanken und könnte diese noch bis zur Schließung des Transferfensters am 31. August in die Tat umsetzen. "Unter fünf Millionen Euro Ablöse braucht sich aber niemand zu melden", versichert Schäfer. Auch Kaan Ayhan, in der Innenverteidigung oder im defensiven Mittelfeld eine feste Größe in Funkels Konzept, hat sich trotz einem noch ein Jahr laufenden Vertrags noch nicht definitiv für Fortuna entschieden, immerhin aber eine Ausstiegsklausel mit festgeschriebener Ablöse verstreichen lassen.

Gut für Fortuna, dass Marcel Sobottka anders gestrickt ist. Der 23-jährige Mittelfeldspieler, schon im Vorjahr einer der wichtigsten Mosaiksteine für das Trainerteam, hat sich für fünf Jahre an den Verein gebunden und ist bereit, seine Führungsrolle noch weiter auszubauen. Um Sobottka, den zuverlässigen und noch immer erfolgshungrigen Torhüter Michael Rensing, André Hoffmann, Eigengewächs Robin Bormuth, Routinier Adam Bodzek, Hennings und Nielsen baut Funkel an einer Fortuna, die für die Zukunft gewappnet ist. Die Fans glauben an dieses Projekt, haben den Dauerkartenverkauf längst nicht so stark einbrechen lassen wie von vielen befürchtet. Manch einer träumt sogar vom Aufstieg – diesen aber schon jetzt von der Mannschaft zu verlangen, wäre eindeutig zu viel des Drucks.

 
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