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Fortuna Düsseldorf
Fortunas Einheit droht zu bröckeln

Kramer trainiert die Offensive
Kramer trainiert die Offensive FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Abwehrspieler Christian Strohdiek kritisiert die schwache Chancenverwertung, Stürmer Didier Ya Konan beklagt sich über zu wenige und zu schlechte Anspiele. Kapitän Karim Haggui mahnt: "Jeder muss sich Gedanken machen." Von Bernd Jolitz

Wenn der sportliche Erfolg ausbleibt, ist der Charakter einer Mannschaft gefragt. Bei Fortuna ist es nun soweit: Spätestens nach dem 0:1 beim 1. FC Heidenheim ist klar, dass der Fußball-Zweitligist einen Fehlstart in die Saison erwischt hat. Wobei die unglückliche Schlappe auf der Schwäbischen Alb für sich betrachtet sogar weniger ärgerlich war als die 1:2-Heimpleite gegen den SC Paderborn, der in beiden übrigen Ligaspielen (0:1 gegen Bochum und 0:6 gegen Sandhausen) herbe Ohrfeigen kassierte.

Nun wäre die Bilanz von nur einem Punkt aus drei Partien noch keine Katastrophe, da jedem realitisch denkenden Betrachter klar sein musste, dass Trainer Frank Kramer aus dem Scherbenhaufen, den er bei seinem Amtsantritt Ende Juni vorfand, nicht binnen weniger Wochen ein tadellos funktionierendes Spitzenteam würde formen können. Problematisch ist eher, dass einige Äußerungen nach dem Heidenheim-Spiel befürchten lassen, dass die Einheit im Kader bröckelt.

Fortuna Düsseldorf: Die Verträge der Spieler FOTO: Christof Wolff

"Wir spielen uns Chancen gut heraus, treffen aber das Tor einfach nicht", sagte Innenverteidiger Christian Strohdiek. "Und wenn du vorne die Tore nicht schießt, dann entscheiden eben solche Dinger wie das der Heidenheimer ein Spiel." Fortunas Problem bestehe nicht darin, dass keine Möglichkeiten erarbeitet würden, "sondern wie wir sie nutzen". Als Kramer in seiner Analyse ähnliche Formulierungen verwendete, sah sich Stürmer Didier Ya Konan zur Gegenrede veranlasst. Über die "Bild-Zeitung" lederte der frühere Hannoveraner los: "Wir Stürmer werden nicht gut genug angespielt, zu ungenau. Da ist es schwer, Tore zu schießen."

Und einmal so schön in Fahrt, machte der Ivorer gleich noch weiter: "Beim 0:1 in Heidenheim hatte ich gar keine Chance, weil ich überhaupt nicht angespielt wurde." Nun kann man mit dem 31-Jährigen in der Sache zwar durchaus einer Meinung sein, und auch Strohdieks Kritik ist sicher berechtigt. Der Haken daran ist, dass es eine Mannschaft noch nie weitergebracht hat, wenn die Spieler sich gegenseitig die Schuld zuweisen. Strohdiek ist da schon eher in der richtigen Spur unterwegs, wenn er das dumme Gegentor vom Freitag anspricht und ergänzt: "Wir müssen weiter an uns glauben und uns im Training das Selbstvertrauen zurückholen."

Vor allem wäre es aber wichtig, wenn die Vertreter der verschiedenen Mannschaftsteile die Mahnung Karim Hagguis ernst nähmen. "Jeder muss sich jetzt Gedanken über seine eigene Leistung machen", forderte der Kapitän. So viel ist klar: Nur gemeinsam kommen die Fortunen aus ihrem Tief heraus.

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Quelle: RP
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