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Fußball-Weltverband
Die große Sepp-Blatter-Show in Zürich

Fußball-Weltverband: Die große Sepp-Blatter-Show in Zürich
Jospeh Blatter scheint sich seiner Wiederwahl zum Fifa-Präsidenten sicher. FOTO: afp, mb/tlr/AMD
Fifa-Boss Joseph S. Blatter hat alle Probleme des Weltverbandes beiseite gewischt. Seiner Wiederwahl im Sommer scheint er sich sicher.

Schöne heile Fifa-Welt: Trotz aller Krisen des Fußball-Weltverbands - in der Machtzentrale auf dem Zürichberg existieren keine Probleme. Tote in Katar? Krieg in der Ukraine? Herausforderer bei der Wahl im Sommer? Präsident Joseph S. Blatter wischte am Freitagmittag alle Zweifel beiseite. Es war wieder einmal eine große Blatter-Show.

"Ich führe keine Wahlkampagne, ich mache meinen Job als Präsident", sagte der 79-jährige Schweizer, als er nach seinen Vorstellungen für die Präsidenten-Wahl am 29. Mai in Zürich gefragt wurde. Die drei Gegenkandidaten Prinz Ali bin Al Hussein (39), Luis Figo (42) und Michael van Praag (67) hatten zuvor eifrig die Werbetrommel gerührt. "Mein Manifest ist die Arbeit, die ich in den letzten Jahren für die Fifa geleistet habe", sagte Blatter. Und die ist, meint der Fifa-Boss, der seit 40 Jahren für den Weltfußball arbeitet, exzellent.

Mit der Verlegung der Katar-WM 2022 in die Wintermonate, das Finale steigt am vierten Advent (18. Dezember), hatte sich das Fifa-Exekutivkomitee am Donnerstagabend der drängendsten Frage entledigt. Die nach der Lage in der Ostukraine und mögliche Konsequenzen für den WM-Gastgeber 2018 Russland wurde wie immer beantwortet.

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"Die WM wird in Russland stattfinden. Das ist sicher. Ein Boykott einer WM oder irgendeiner Sportveranstaltung führte noch nie zu einer Lösung", sagte der Schweizer und zeigte sich "sehr glücklich", dass die "jüngsten Nachrichten aus Deutschland" sofort von der Führung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Person des Präsidenten Thomas Bach und seitens des DFB-Bosses Wolfgang Niersbach beantwortet worden seien: "Nein zu einem Boykott."

Nein - das sagt Blatter auch zu allen Konflikten. Er äußerte seine Zuversicht, dass die WM zu einer "Stabilisierung der Region führen wird, die sehr leidet". Fußball sei stärker als jede andere Bewegung. "In all diesen Ländern, in denen es kriegerische Auseinandersetzungen gibt, wird Fußball gespielt", verkündete er: "Fußball wird respektiert und weckt Hoffnung." Fußball kann alles!

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In Katar sei dies schon zu spüren. "Wir haben beruhigende, positive Informationen erhalten. Katar spielt mit offenen Karten, es gibt eine Politik der offenen Tür", sagte Blatter, der am vergangenen Wochenende den Emir des Wüstenemirats besucht hatte: "Der stellvertretende Bundeskanzler Sigmar Gabriel war gerade dort, und auch er hat sich in seinem offiziellen Bericht positiv geäußert. Aber kaum hat er das gesagt, wird das negativ gedeutet." Er sei sich sicher, es würden Fortschritte erzielt, sagte Blatter: "Wir kommen weiter."

Dennoch wird es künftig eine Überwachung geben. "Der Emir bat um eine Vertretung der Fifa, um diese Arbeiten zu begleiten. Diese Person könnte dann immer auf die Baustellen gehen, um diese zu überwachen und zu kontrollieren. Wir dürfen uns dazu in Katar frei bewegen", sagte Blatter.

Berichte über menschenunwürdige Zustände auf Baustellen im WM-Gastgeberland hatten in den vergangenen Jahren Empörung ausgelöst. Tausende Arbeiter sind Menschenrechtsorganisationen zufolge an den Folgen sklavereiähnlicher Bedingungen gestorben.

"Auf den Baustellen der bisherigen fünf Stadien haben wir Arbeitsbedingungen, die besser sind als auf irgendeiner anderen Baustelle in Katar", sagte Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke. Der Emir des Wüstenemirats habe Blatter gesagt, dass diese Baustellen "die Messlatte" sein sollen. "Wir verfolgen das sehr genau und achten darauf, dass der Standard eingehalten wird", sagte Valcke.

(sid)
 
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