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"Shit happens"
Daum bemüht sich nach "Ping-Pong"-Debüt um Optimismus

Das ist Christoph Daum
Das ist Christoph Daum FOTO: AP
Cluj-Napoca/Berlin. Christoph Daum ist mit einem Unentschieden als neuer rumänischer Nationaltrainer in die WM-Qualifikation gestartet. Auf den früheren Bundesliga-Meistercoach wartet noch viel Arbeit.

Christoph Daum sackte an der Seitenlinie kurz in sich zusammen, als ihm Nicolae Stanciu in der sechsten Minute der Nachspielzeit mit einem verschossenen Elfmeter um den perfekten Einstand als rumänischer Nationaltrainer brachte. Doch nur wenige Minuten später hatte sich der frühere Bundesligacoach und Um-ein-Haar-Bundestrainer wieder gefangen. "Shit happens", sagte Daum auf englisch in der Pressekonferenz und lächelte dabei gequält.

Durch Stancius Fehlschuss musste sich Rumänien zum Auftakt der WM-Qualifikation gegen Montenegro im heimischen Cluj-Napoca mit einem 1:1 (0:0) begnügen. "Er hätte der Held sein können, aber wir sollten ihm keine Vorwürfe machen", sagte Daum. Der 62-Jährige, der den Trainerjob beim EM-Teilnehmer im Juli von Anghel Iordanescu übernommen hatte, versuchte, Optimismus zu verbreiten: "Es ist alles offen, die Qualifikation kann man nicht im ersten Spiel gewinnen."

Bei seiner Premiere als Trainer der Tricolorii ärgerte sich Daum weniger über den verschossenen Elfmeter, als über die Unkonzentriertheiten seiner Spieler. "In manchen Momenten haben wir den Ball zu schnell verloren, ich nenne das 'Ping-Pong-Spiel'. Da waren wir zu nervös", sagte Daum, der jedoch stolz auf die gute zweite Halbzeit war: "Da haben wir es exzellent gemacht. Das Team hat häufig den Ball laufen lassen und in die Tiefe gespielt."

Der Lohn war die späte 1:0-Führung durch Adrian Popa (85.), die jedoch nur zwei Minuten Bestand hatte. Stevan Jovetic (87.) gelang noch der Ausgleich für die Gäste. "Wir haben zwei Punkte verloren, das tut mir leid für die fantastischen Fans und auch für meine Spieler", sagte Daum: "Aber ich bin weiter optimistisch, dass wir etwas Großes für Rumänien vollbringen können."

Der frühere Stuttgarter Meistertrainer soll Rumänien zur ersten WM-Teilnahme seit 20 Jahren führen. In der Qualifikationsgruppe E ist Polen zwar der große Favorit, doch das Team von Stürmerstar Robert Lewandowski ließ zum Auftakt beim 2:2 (2:0) in Kasachstan überraschend ebenfalls zwei Punkte liegen.

Die rumänische Mannschaft mit technisch beschlagenen Einzelspielern hat ihre Stärken in der Offensive, die gegen Montenegro jedoch noch nicht zum Tragen kamen. Auf die Frage eines Reporters, ob das Team nicht offensiver hätte auftreten müssen, reagierte Daum leicht gereizt: "Das wäre Selbstmord. Zuerst kommt die Stabilität, dann der Teamgeist, und der nächste Schritt ist, mehr anzugreifen."

(sid)
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