2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 21.12 Uhr

Zweitliga-Relegation
MSV Duisburg verliert 0:2 in Würzburg – Abstieg droht

Relegation 15/16: Würzburger Kickers - MSV Duisburg
Relegation 15/16: Würzburger Kickers - MSV Duisburg FOTO: dpa, kjh hpl
Würzburg. Der MSV Duisburg hat das Hinspiel der Zweitliga-Relegation 0:2 (0:1) bei den Würzburger Kickers verloren. Damit droht den "Zebras" nach einem tollen Schlussspurt in der 2. Bundesliga doch noch der bittere Gang in die 3. Liga. Von Sebastian Bergmann

Egal ob Giorgi Chanturia, Kingsley Onuegbu oder James Holland – die Fußballer des MSV Duisburg werden sich daheim kräftig steigern müssen, soll der Traum vom Klassenerhalt doch noch wahr werden. Im Relegations-Hinspiel zur 2. Liga setzte sich der von Ex-Profi Bernd Hollerbach trainierte Drittligist Würzburger Kickers verdient mit 2:0 gegen in allen Bereichen enttäuschende "Zebras" durch. Der kräfteraubende Existenzkampf des MSV der vergangenen Wochen – er droht auf der Zielgeraden zu scheitern. Am Dienstag (19.10 Uhr/Live-Ticker) findet in Duisburg das Rückspiel statt.

"Wir haben jetzt noch 90 Minuten. Noch einmal dürfen wir aber nicht mit so einer Einstellung ins Spiel gehen. Im Leben bekommt man immer eine zweite Chance. Für uns gibt es sie am Dienstag", sagte Kingsley Onuegbu. "Das war zu wenig. Das war nicht das Team, was wir in den letzten Wochen gesehen haben. Insgesamt war es kein gutes Spiel, von beiden Seiten nicht. Die Hoffnung liegt darin, dass durch unser Heimspiel und die 30.000 Zuschauer im Rücken noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft geht. Aber die Enttäuschung jetzt ist groß", fügte Präsident Ingo Wald hinzu.

Das mit 9.806 Zuschauern ausverkaufte Stadion der Kickers war bereits eine Stunde vor dem Anpfiff gut gefüllt, die Stimmung in beiden Lagern überschwänglich. Die Duisburger Gäste-Fans, die sich auf die fast 400 Kilometer lange Reise gemacht hatten, mussten bei der Parkplatz-Suche in der Universitätsstadt Kreativität beweisen. Mehr als 1500 in blau und weiß gekleidete Anhänger waren gekommen, um die Mannschaft beim ersten von zwei Endspielen um den Klassenerhalt zu unterstützen.

Selbst Sascha Mölders, bekennender MSV-Fan und derzeit beim Liga-Konkurrenten 1860 München unter Vertrag, gesellte sich zu den Gäste-Fans. Duisburgs Trainer Ilia Gruev bot exakt die Elf auf, die schon am vergangenen Sonntag beim 1:0-Sieg gegen RB Leipzig auf dem Platz stand. Den verletzten Stammtorhüter Michael Ratajczak vertrat erneut der 25-Jährige Marcel Lenz, im Angriff nahm Stanislav Iljutcenko die Position von Topstürmer Victor Obinna (Muskelfaserriss) ein. "In beiden Spielen müssen wir klar im Kopf sein und genau so eine Einstellung wie in den letzten Wochen an den Tag legen", hatte Gruev vor dem Hinspiel gesagt.

Doch schon nach zehn Minuten mussten die "Zebras" den ersten Rückschlag verkraften. Nach einem Durcheinander im eigenen Sechzehner entschied der Unparteiische Sascha Stegemann auf Elfmeter für die Kickers. MSV-Stürmer Kingsley Onuegbu hatte Peter Kurzweg beim Klärungsversuch am Kopf getroffen. Lenz ahnte zwar die richtige Ecke, konnte das 1:0 durch Richard Weil aber nicht verhindern. In der Folge entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel mit Vorteilen für die Gastgeber. Immer wieder brachte der Drittligist die "Zebras" in Schwierigkeiten. Großes Glück hatte die MSV-Defensive, als Rico Benatelli den Ball aus kurzer Distanz nicht richtig traf und am Tor vorbei köpfte (24.). Erst in den Schlussminuten der ersten Halbzeit erarbeitete sich Duisburg mehr Ballbesitz und Chancen. Zunächst scheiterte Kevin Wolze aus 17 Metern am linken Pfosten (40.), dann schoss Iljutcenko knapp am Tor vorbei (45.).

Nach dem Seitenwechsel tasteten sich beide Teams zunächst ab. Vom MSV, der ab der 53. Minute ohne den gelb-rot gefährdeten Onuegbu weitermachte, kam im Spiel nach vorne nicht viel. Im Gegenteil. Würzburg hätte in Person von Marco Haller schon früh für die Entscheidung sorgen können (65.). Besser machte es schließlich der ebenfalls eingewechselte Daniel Nagy. Mit dem Tor zum 2:0 verwandelte er das Würzburger Stadion endgültig in einem Hexenkessel.

Für Duisburg gilt allein das Prinzip Hoffnung.

Quelle: RP
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