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Mettmann
Ärger um Sperrung von Bahnhöfen

Mettmann. Verkehrsverbund Rhein Ruhr kritisiert Baustellenmanagement der Bahn. Von Klaus Peter Kühn

Seit mehr als einem Jahr kämpft der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) gegen den Plan der Deutschen Bahn (DB), im kommenden Jahr den Bahnverkehr in Wuppertal für insgesamt acht Wochen komplett einzustellen. VRR-Chef Husmann hat bislang vergeblich versucht, die Vollsperrung in den Oster- und Sommerferien abzuwenden. Jetzt verstärkt er den Druck auf die Bahntochter DB Netz.

Zwei Wochen Sperrung, um ein elektronisches Stellwerk anzuschließen, das hält er für vertretbar. "Aber acht Wochen - das geht gar nicht." Für die Fahrgäste bedeuten die Umleitungen durchs Ruhrgebiet oder "Schienenersatzverkehre" erhebliche Zeitverluste. Zudem müssen die Bahn-Unternehmen, die mit ihren Regionalzügen durch Wuppertal fahren, die Mehrkosten für die Busse selbst tragen.

Beim ersten Branchentreff der im VRR fahrenden Bahn-Unternehmen in Mettmann sagte Thomas Görtzen, Geschäftsführer von Keolis, Totalsperrungen beschleunigten zwar die Baustellen, kosteten aber sehr wahrscheinlich Kunden, weil Betroffene dauerhaft auf andere Verkehrsmittel umstiegen.

Das Ziel des vor 20 Jahren ausgerufenen Wettbewerbs auf der Schiene - mehr Menschen in die Züge zu holen - ist nur teilweise erreicht worden. In einem insgesamt gewachsenen Mobilitätsmarkt ist der Anteil der Schiene gleich geblieben. Die Schwächen der Infrastruktur bremsen nach den Worten von National-Express-Geschäftsführer Wolfgang Schuster den Ausbau des regionalen Zugverkehrs. Sein Unternehmen (RE 7 Krefeld-Münster) leide jeden Tag unter defekten Bahnübergängen. Der VRR-Chef befürchtet Qualitätsverluste durch die wachsenden Mängel.

DB Netz erklärte, dieses Jahr würden in NRW eine Milliarde Euro in die Infrastruktur investiert, in den kommenden drei Jahren voraussichtlich weitere drei Milliarden.

Quelle: RP
 
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