Alle Wirtschaft-Artikel vom 24. Oktober 2014
21 Staaten geben Startschuss

AIIB: Neue Entwicklungsbank in Asien ensteht

21 asiatische Länder haben sich auf die Schaffung einer neuen und von China maßgeblich finanzierten Bank zur Entwicklung der Region verständigt. In Peking unterzeichneten sie am Freitag eine Absichtserklärung zur Gründung der Asiatischen Infrastrukturinvestment-Bank. Sie wird als Konkurrent zur Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank angesehen. Vor allem die USA befürchten, dass China auf diese Weise mehr Länder unter seinen politischen Einfluss bringen kann. Zudem könnten bei der Kreditvergabe international geltende Standards für Umweltschutz oder Arbeitsbedingungen aufgeweicht werden, geben Experten zu bedenken. Doch offiziell begrüßten die Präsidenten von Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank die geplante Organisation und verwiesen auf den massiven Geldbedarf, den Asien für den Ausbau der Infrastruktur brauche. Experten der Asiatischen Entwicklungsbank schätzen diesen Bedarf auf rund acht Billionen Dollar (6,3 Billionen Euro) für den Zeitraum 2010 bis 2020. mehr

Autohersteller

Nach Daimler verkauft auch Toyota Tesla-Anteile

Nach Daimler hat sich auch Toyota von Tesla-Anteilen getrennt. Weder den Zeitpunkt noch die Höhe des Verkaufs wollte Toyota am Freitag nennen. Toyota hat im Mai 2010 kurz vor dem Börsengang des Herstellers von Elektroautos 50 Millionen Dollar in die Firma investiert. Damals bezifferten die Japaner den Anteil auf etwa 2,5 Prozent. Wieviel Toyota derzeit an Tesla besitzt ist nicht klar. Erst vor wenigen Tagen hat Daimler seine Beteiligung von vier Prozent verkauft und rund 780 Millionen Dollar eingenommen. mehr

Stuttgart

Daimler erhöht Gewinn durch Absatzrekord

Der Autobauer Daimler hat im dritten Quartal spürbar Boden gutgemacht und sieht sich bei seinen Zielen klar auf Kurs. "Unsere Strategie zahlt sich aus", sagte Vorstandschef Dieter Zetsche . "Wir wachsen weiter profitabel und blicken auch über das Gesamtjahr hinaus optimistisch nach vorne." Der Gewinn unterm Strich verdoppelte sich mit 2,8 Milliarden Euro nahezu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 67 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Die Erlöse wuchsen um 10 Prozent auf 33,1 Milliarden Euro. Daimler hat seit vergangenem Jahr zahlreiche Neuheiten auf den Pkw-Markt gebracht und im vergangenen Quartal so viele Autos verkauft wie nie . Zum Gewinnanstieg trug auch bei, dass höhere Preise durchgesetzt wurden. mehr

Richmond

Camel verbietet Mitarbeitern zu rauchen

Der Tabakkonzern Reynolds, Hersteller der Camel-Zigaretten, hat seinen Mitarbeitern das Rauchen am Arbeitsplatz untersagt. Das bereits für Fabrikhallen, Cafeterien und Fitness-Räume geltende Rauchverbot wird damit auf Büros, Konferenzräume, Flure und Aufzüge ausgeweitet. Für die Raucher werden Raucherräume eingerichtet. Da dies noch nicht abgeschlossen ist, tritt das Rauchverbot nicht sofort in Kraft. Der Konzern passe sich mit der Ausweitung des Rauchverbots der gesellschaftlichen Realität in den USA an, sagte David Howard, Sprecher von Reynolds. mehr

Essen

Stephan Fanderl - Karstadts Schlüsselmann

Vergnügungsssteuerpflichtig ist der Job des Karstadt-Vorstandsvorsitzenden wahrlich nicht. Das weiß auch Stephan Fanderl. Der war bisher Aufsichtsratsvorsitzender und sollte gestern Abend zum Konzernlenker ernannt werden. Ein unangenehmer Job, weil der Neue ein Sanierungskonzept umsetzen muss, das den Mitarbeitern weitere finanzielle Opfer abverlangt, trotzdem den Abbau Tausender Stellen sowie Filialschließungen vorsieht und Karstadt noch einmal gewaltig schrumpfen lässt. mehr

Kommentar

Himmelfahrts-Kommando

Der Posten des Vorstandsvorsitzenden bei Karstadt ist ein Himmelfahrtskommando. Deswegen hat sich der Konzern so schwer getan, nach dem überraschend schnellen Abgang der Schwedin Eva Lotta Sjöstedt einen Nachfolger zu finden. Die Mission des neuen Spitzenmannes bei einem Konzern in der Dauerkrise ist heikel. Er trägt keine Schuld am Debakel und wird dennoch zum Buhmann für die Belegschaft werden, weil er das Sparprogramm durchzuziehen hat. Er muss mit einem Unternehmen arbeiten, das einen milliardenschweren Investitionsstau vor sich her schiebt und daran derzeit kaum was ändern kann, weil Karstadt seit Jahren keinen Cent verdient. Auch der Neue wird aus Karstadt keinen florierenden Handelskonzern machen. Er ist ein Übergangschef, der Karstadt fit machen soll für die Ehe mit dem jahrzehntelangen Konkurrenten Galeria Kaufhof. Die ist nur eine Frage der Zeit. mehr