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Finanzmärkte
Dax rutscht wieder unter 10.000 Punkte

Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Frankfurt/Main. Der Dax hat am Mittwoch nicht an seine Stabilisierung vom Vortag anknüpfen können. Im Sog der nachlassenden Erholungsdynamik an der Wall Street tauchte der deutsche Leitindex wieder unter die viel beachtete Marke von 10.000 Punkten ab.

Zum Schluss stand er 1,29 Prozent im Minus bei 9997,43 Punkten. Die Erholung von der vorangegangenen, heftigen Verlustserie blieb damit erst einmal ein Strohfeuer.

Den anderen Indizes erging es nicht besser: Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 0,84 Prozent auf 19.137,61 Punkte, und der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,21 Prozent auf 1642,78 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging 1,47 Prozent tiefer bei 3170,73 Punkten aus dem Handel. Die nationalen Indizes in Paris und London gaben ebenfalls deutlich nach. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand nach einer sehr starken Eröffnung in New York zum europäischen Handelsschluss noch etwas über anderthalb Prozent im Plus.

Die größten Dax-Tagesverluste FOTO: AP

Zunächst hätten die Vorzeichen für den Dax mit überraschend guten US-Konjunkturdaten und der Zinssenkung in China vom Vortag gar nicht schlecht ausgesehen, meinte Marktexperte Gregor Kuhn vom Broker IG. Letztere hatte am Mittwoch allerdings auch schon Chinas Börsen nicht geholfen. Die Sorgen um die chinesische Wirtschaft sind die Wurzel der aktuell schlechten Grundstimmung an den Aktienmärkten weltweit.

Zudem "steckt der dramatische Kursrutsch vom Wochenauftakt noch in den Knochen der Anleger", so Kuhn weiter. Die beeindruckende Kurserholung vom Dienstag müsse zunächst als "Bärenmarkt-Rally" beurteilt werden, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. Darunter verstehen Börsianer eine zwischenzeitliche Kurserholung in einem Abwärtstrend. Außerdem ging es zur Wochenmitte an den Börsen Chinas trotz Konjunkturmaßnahmen der chinesischen Notenbank weiter nach unten.

Im Dax schafften die Aktien des Versicherers Munich Re als einziger Gewinner ein Plus von 0,31 Prozent. Dagegen büßten die Aktien des Softwareherstellers SAP am Indexende 3,29 Prozent ein.

Die Papiere des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 gehörten nach einer Kaufempfehlung durch die britische Investmentbank HSBC mit plus 2,80 Prozent zu den Favoriten der Anleger im MDax.

Die Aktien von Wirecard büßten nach einem Bericht über ein Interesse am britischen Konkurrenten Worldpay am TecDax-Ende 3,87 Prozent ein. Die Größe der möglichen milliardenschweren Übernahme schlage den Aktionären offenbar auf die Stimmung, sagte ein Händler. Es könnte die Sorge aufkommen, dass sich der deutsche Zahlungsabwickler mit solch einem Schritt überhebe.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,47 Prozent am Vortag auf 0,50 Prozent. Der Rentenindex Rex gewann 0,20 Prozent auf 139,35 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,11 Prozent auf 154,08 Punkte. Der Kurs des Euro gab deutlich auf 1,1392 US-Dollar nach. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1402 (Dienstag: 1,1506) US-Dollar festgesetzt.

(dpa)
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