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Die reichsten Deutschen
Familie Reimann stößt BMW-Erben vom Thron

Die reichsten Deutschen. Familie Reimann stößt BMW-Erben vom Thron
Die Familie Reimann steht unter anderem hinter dem Kaffeehersteller Jacobs. FOTO: dpa, crj soe lof
Hamburg. Einem Medienbericht zufolge führt die Familie Reimann die Liste der reichsten Deutschen an. Sie soll geschätzt ein Vermögen von 33 Milliarden Euro besitzen.

Das berichtete das "Manager Magazin" am Mittwoch. Die Familie steht unter anderem hinter dem Kaffee- und Teehersteller Jacobs Douwe Egberts. Der Parfümhersteller Coty sowie ein Anteil am britischen Reinigungsmittelkonzern Reckitt Benckiser gehören ebenfalls zu ihrem Portfolio.

Die aus Mannheim stammende Familie hat dem Magazin zufolge damit die BMW-Erben Stefan Quandt und Susanne Klatten vom ersten Platz verdrängt, die diesen seit 2014 belegt hätten. Die beiden kommen zusammen auf ein geschätztes Vermögen von 31,5 Milliarden Euro.

Mit einem hochgerechneten Vermögen 22 Milliarden Euro rangiert Lidl-Gründer Dieter Schwarz auf Platz drei. Diesen Platz teile er sich mit Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler, Eigentümer des gleichnamigen Wälzlagerherstellers mit Sitz in Herzogenaurach und Großaktionäre beim Hannoveraner Autozulieferer Continental.

Das "Manager-Magazin" bewertet und schätzt nach eigenen Angaben die Aktienpakete, Unternehmen im Besitz und Firmenbeteiligungen sowie öffentlich bekannte Vermögenswerte. Für die Rangliste wurden Aktienvermögen mit den Schlusskursen vom 15. September berechnet.

Erst kürzlich hatte das Wirtschaftsmagazin "Bilanz" sein Ranking veröffentlich. Nach diesen Berechnungen ist Lidl-Gründer Dieter Schwarz der reichste Deutsche. Auf Rang zwei folgt den Schätzungen zufolge die Familie Reimann. In die Berechnung von "Bilanz" flossen der Wert von Firmenbeteiligungen, Aktienkapital, Immobilienbesitz, Stiftungsvermögen, der Wert von Kunstsammlungen sowie Kapitalanlagen ein.

"Armut ist eine Menschenrechtsverletzung"

Mit der anderen Seite der Schere hat sich Sozialethiker Franz Segbers auseinandergesetzt. Für ihn ist Armut in einer reichen Gesellschaft wie der deutschen eine Menschenrechtsverletzung. Wenn eine so wohlhabende Gesellschaft zulasse, dass Menschen unter Armut litten, erkenne sie deren gleichen Rechte nicht an, sagte der altkatholische Theologe am Mittwoch in Berlin bei einem Treffen der Nationalen Armutskonferenz. Menschen schuldeten einander zuallererst Anerkennung; die Anerkennung, dass jeder und jede mit der gleichen Menschenwürde auf die Welt gekommen ist.

Aus Sicht des Ethikers ist es daher die Aufgabe des Sozialstaats, diese missachtete Würde der von Armut betroffenen Menschen wiederherzustellen. Das bedeute eben nicht primär für Suppenküchen und Kleiderkammern zu sorgen, sondern jedem einen angemessenen Lebensstandard und das Recht auf Nahrung, Wohnraum und Bildung zu ermöglichen. "Diese Rechte muss sich eine Gesellschaft etwas kosten lassen", bekräftigte Segbers.

(felt/dpa/KNA)
 
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