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US-Notenbank
Fed steht vor lange erwarteter Zinswende

US-Notenbank Fed steht vor lang erwarteter Zinswende
Die US-Notenbank Fed in Washington, USA. FOTO: dpa
Washington. Die Finanzwelt steht vor einer der weitreichendsten Entscheidungen der vergangenen Jahre: Die US-Notenbank Federal Reserve will ihre Leitzinsen nach Jahren der Null-Zins-Politik erhöhen.

Die Finanzwelt steht vor einer der weitreichendsten Entscheidungen der vergangenen Jahre: Die US-Notenbank Federal Reserve will ihre Leitzinsen nach Jahren der Null-Zins-Politik erhöhen. Spekuliert wird über einen ersten vorsichtigen Schritt in Höhe von 0,25 Prozentpunkten. Die Fed hatte die Zinsen 2008 auf nahe Null gesenkt und seitdem nicht mehr erhöht. 

Die Fed würde damit ein neues geldpolitisches Zeitalter einläuten und die Phase der großen Finanzkrise hinter sich lassen. Zuletzt hatten sich mit Arbeitsmarkt und Inflation die wichtigsten Indikatoren so entwickelt, dass ein Zinsanhebung wahrscheinlicher wurde. Die US-Zinsen haben über den Dollarkurs weltweite Bedeutung. 

Anhebung nur in langsamem Tempo?

Während Volkswirte in aller Welt kaum Zweifel daran haben, dass der Offenmarktausschuss der Fed die Zinswende einleitet, herrscht Spannung über das Tempo. Fed-Chefin Janet Yellen hatte in mehreren öffentlichen Reden angekündigt, die Fed werde "moderat und schrittweise" handeln.

Damit könnte für 2016 eine Anhebung alle zwei Monate oder in noch langsameren Tempo gemeint sein. Die Fed will verhindern, dass das US-Wachstum wieder abgewürgt wird und dass Schockwellen vor allem in die Schwellenländern getragen werden. 

Viele aufstrebende Volkswirtschaften, darunter China, haben sich in hohem Maße in US-Dollar verschuldet. Sollte der Wert der US-Währung im Zuge einer Zinsanhebung noch deutlicher steigen, würde dies auch eine deutlich höhere Schuldenlast für Dollar-Schuldner bedeuten. Zudem würden Investoren Geld aus den risikoreicheren Schwellenländern abziehen, wenn sie in den vergleichsweise sicheren USA höhere Zinseinkünfte erwarten könnten. 

Große Finanzkrise hinter sich lassen

"Mit dem Zinsschritt beginnt die Fed, Handlungsspielraum für neue Herausforderungen zurückzugewinnen", sagte der Chefvolkswirt der deutschen Förderbank KfW, Jörg Zeuner. "Ein langfristig starker Dollar und ein dauerhaft niedriger Ölpreis bringen durchaus Schwierigkeiten für die US-Wirtschaft."

Spekuliert wird über einen ersten vorsichtigen Schritt in Höhe von 0,25 Prozentpunkten. Die Fed würde damit ein neues geldpolitisches Zeitalter einläuten und die Phase der großen Finanzkrise hinter sich lassen.

Zuletzt hatten sich mit Arbeitsmarkt und Inflation die wichtigsten Indikatoren so entwickelt, dass ein Zinsanhebung wahrscheinlicher wurde. Die US-Zinsen haben über den Dollarkurs weltweite Bedeutung. 

Vorsichtige Zuversicht am deutschen Aktienmarkt

Am deutschen Aktienmarkt hat sich vor der US-Zinsentscheidung am Mittwoch vorsichtige Zuversicht breitgemacht. Nach einem verhaltenen Frühhandel und zwischenzeitlich deutlicheren Gewinnen schloss der Dax um 0,18 Prozent fester bei 10 469,26 Punkten. Damit knüpfte der deutsche Leitindex an seine deutliche Erholung vom Dienstag an.

Ähnliches galt für die anderen Indizes. Der MDax der mittelgroßen Werte rückte um 0,88 Prozent auf 20 664,23 Punkte vor, der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,19 Prozent auf 1792,53 Zähler.

Die weithin erwartete erste Anhebung der Leitzinsen durch die amerikanische Notenbank Fed seit der Finanz- und Wirtschaftskrise sei "auch angesichts der US-Wirtschaftsdaten überfällig", schrieb Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums beim Institut der Weltwirtschaft (IfW). Laut Marktexperte Gregor Kuhn vom Broker IG hoffen die Anleger auf eine "Zinswende light".

(dpa)
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