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Mülheim
Neue Spekulationen um Kaiser's Tengelmann

Mülheim. Angeblich hat Rewe einen Deal vorgeschlagen. Das allein reicht aber nicht, um den Konflikt aus der Welt zu schaffen.

Wenige Tage vor dem Auslaufen der Frist für eine Rettung von Kaiser's Tengelmann ist offenbar noch keine konkrete Lösung in Sicht. Ein möglicher Kompromiss für die Zukunft der angeschlagenen Supermarktkette sei nur mit Zustimmung der Unternehmen Markant und Norma möglich, teilte ein Rewe-Sprecher mit. Ebenso wie Rewe hatten beide Unternehmen gegen die Ministererlaubnis zur Komplettübernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt. Die Richter hatten das Vorhaben vorläufig gestoppt, weil sie an der Neutralität von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zweifelten. Damit der Weg für die Ministererlaubnis frei würde, müssten alle beteiligten Unternehmen ihre Beschwerden zurückziehen, so Rewe. Norma und Markant waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Anlass der Äußerungen sind offenbar Spekulationen über die Ergebnisse des ersten Krisentreffens am Donnerstag der vergangenen Woche. Angeblich hat Rewe-Chef Alain Caparros bei dem Spitzengespräch in Frankfurt signalisiert, dass er an Standorten in Berlin interessiert sei und dafür im Gegenzug Edeka die Standorte in Bayern überlassen würde. Das berichtet die Lebensmittelzeitung. Bei einer Einigung könnte Rewe bereit sein, seine Klage gegen die Ministererlaubnis zurückzuziehen, heißt es in dem Bericht.

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatte am Tag nach dem Spitzentreffen die Pläne zur Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann für zwei Wochen ausgesetzt. Bis 7. Oktober wollen die beteiligten Unternehmen zusammen mit der Gewerkschaft Verdi einen letzten Versuch unternehmen, doch noch eine einvernehmliche Lösung zu finden. Scheitern die Verhandlungen, will Haub mit dem Einzelverkauf der Filialen beginnen. Dies könnte das Aus für Tausende Arbeitsplätze bedeuten. Es ist noch ein weiteres Treffen mit den Spitzen von Edeka, Tengelmann, Rewe und Verdi geplant. Einen Termin dafür gibt es offiziell noch nicht. Branchenprimus Edeka sowie Kaiser's Tengelmann hatten die Fusion vor etwa zwei Jahren beschlossen. Doch das Bundeskartellamt hatte sein Veto eingelegt mit der Begründung, durch einen Zusammenschluss würde die marktbeherrschende Stellung von Edeka verstärkt. Auch die Monopolkommission hatte die Haltung der Wettbewerbshüter in der Angelegenheit gestützt.

(RP/dpa)
 
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