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Düsseldorf
Strom bleibt teuer, Gas wird günstiger

Düsseldorf. Obwohl Beschaffungskosten und staatliche Umlagen sinken, bleibt der Strompreis 2018 vielerorts hoch oder steigt sogar. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind groß - auch beim Gas. Von Christian Dick und Thomas Grulke

Zwischen Weihnachten und Neujahr bleiben die Büros des niedersächsischen Umweltministeriums verwaist. Die Behörde hat ihre 400 Mitarbeiter in den Urlaub geschickt - und will damit ein Zeichen beim Energiesparen setzen. Etwa ein Viertel der monatlichen Energiekosten werde so eingespart, sagte eine Sprecherin. Heizkosten zu sparen, kann nicht so falsch sein am Ende eines Jahres, in dem der Strompreis seit Januar um drei Prozent auf ein Rekordniveau gestiegen ist. Aktuell zahlen Stromkunden laut dem Vergleichsportal Check24 für 5000 Kilowattstunden im Schnitt 1426 Euro. Immerhin ist der Gaspreis 2017 um ein Prozent gesunken, 20.000 Kilowattstunden kosten derzeit 1190 Euro. Und das Portal prognostiziert, dass Strom teuer bleibt, Gas vorerst stabil.

"Wir gehen davon aus, dass der Strompreis 2018 auf einem sehr hohen Niveau verharrt", sagt Oliver Bohr, Bereichsleiter bei Check24. Für Januar und Februar haben bereits 140 Grundversorger bundesweit und damit jeder Sechste Änderungen angekündigt: 74 erhöhen die Preise - im Schnitt um 2,8 Prozent. 66 Versorger senken sie um 2,4 Prozent. In Nordrhein-Westfalen haben sechs Versorger Änderungen angekündigt. Dabei ist jedoch der bundesweite Spitzenreiter: In Hemer steigt der Strompreis in der Grundversorgung um 13 Prozent auf 1357 Euro. Billiger wird es nur in Grefrath, es geht um vier Euro runter auf 1116 Euro.

Strompreiserhöhungen sind ein Ärgernis, denn einige Umlagen sinken sogar leicht, wie die zur Förderung der Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage). Sie fällt um 0,09 Cent auf 6,792 Cent je Kilowattstunde. Zudem sind die Beschaffungskosten für die Versorger gesunken, allerdings geben sie das offenkundig nur selten an ihre Kunden weiter, wie die Verbraucherzentralen seit langem monieren.

Wer den Grundtarif hat, kann mit dem Wechsel in einen anderen Tarif sparen. Viele scheuen jedoch den Schritt. "Die größte Angst besteht immer noch darin, dass bei einer Kündigung das Licht ausgeht. Dem ist aber nicht so", sagt Daniel Friedheim von Check24. Wer beim eigenen Versorger auf der Suche nach einem günstigen Tarif nicht fündig wird, kann auch einfach zu einem anderen Anbieter wechseln.

Die Verbraucherzentralen raten, dabei nicht nur auf den Preis zu schauen. Finger weg heißt es bei Tarifen, bei denen Vorkasse verlangt wird. Nach der Pleite des Stromverkäufers Teldafax waren bei vielen Kunden die Vorkasse weg.

Auch der Wechsel des Gasanbieters ist einfach. "Das Sparpotenzial ist bei Gas noch deutlich größer, da geht es zuweilen um einige 100 Euro", sagt Friedheim. Beim Gas ist der Wettbewerb höher, hier reichen auch mehr Versorger ihre Kostensenkungen weiter. Zwar erhöhen zum Jahresanfang bundesweit 27 Gasversorger den Preis - und zwar um durchschnittlich 4,6 Prozent. Teurer wird es etwa in Ratingen und Jülich. Doch noch mehr Anbieter, nämlich 47, senken ihn - im Schnitt um 4,8 Prozent. Günstiger wird es zum Beispiel in Kleve und Wesel, wo die Gasrechnung um 48 Euro auf 1173 Euro beziehungsweise um 131 auf 1259 Euro sinken wird.

Grund genug, sich mit der Energierechnung auseinanderzusetzen. Vieles lässt sich sparen - ohne wie beim Umweltministerium in Niedersachsen für drei Tage den Betrieb ganz einzustellen.

Quelle: RP
 
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