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Abgas-Affäre
US-Behörde entdeckt offenbar neue Schummel-Software bei Audi

Frankfurt. Audi gerät in der Abgas-Affäre offenbar weiter unter Druck: Die kalifornische Umweltbehörde Carb hat im Sommer laut einem Medienbericht eine weitere illegale Softwarefunktion bei einem Audi mit V6-Motor entdeckt.

Der Autobauer habe die Schummel-Software auch für die Manipulation von CO2-Werten für Diesel und Benziner in Europa verwendet, berichtet die "Bild am Sonntag" ohne genauere Quellenangabe. Demnach können Audi-Modelle mit einem bestimmten Automatik-Getriebe erkennen, ob sie auf einem Rollenprüfstand sind oder auf der Straße fahren.

Wird das Lenkrad nach dem Start nicht bewegt, aktiviere sich ein Schaltprogramm für das Getriebe, das besonders wenig CO2 produziere. Andernfalls laufe das Fahrzeug mit einem anderen Programm, das mehr Kraftstoff und CO2 verbrauche. Nach Informationen des Blatts stoppte Audi den Einsatz der Software in den Getrieben im Mai 2016, kurz bevor Carb die Manipulation in einem älteren Modell entdeckte. Die VW -Tochter habe in dem Fall bereits mehrere verantwortliche Techniker suspendiert.

Audi wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Von Carb war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Audi hatte vergangenes Jahr zugegeben, eine nach US-Recht als illegal geltende Software bei Sechszylinder-Diesel-Motoren mit drei Litern Hubraum eingebaut zu haben. Davor bereits hatte der Mutterkonzern VW eingeräumt, weltweit bis zu elf Millionen Diesel-Fahrzeuge mit einem Computerprogramm ausgestattet zu haben, mit dem Abgaswerte bei Tests manipuliert werden können.

(vek/Reu)
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