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Rezeptpflichtige Medikamente
DocMorris hält geplantes Versandhandels-Verbot für verfassungswidrig

Versandapotheke - darauf muss man achten
Versandapotheke - darauf muss man achten FOTO: AP
Exklusiv | Düsseldorf . Europas größte Versandapotheke DocMorris kritisiert die Pläne von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), den Online-Handel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln zu verbieten. Von Martin Kessler

"Ich hätte mir gewünscht, dass sich Herr Minister Gröhe darüber freut, dass mit dem Ende der Preisbindung für Medikamente auf Rezept der Kumpel im Ruhrgebiet und die Rentnerin in der Eifel entlastet werden", sagte DocMorris-Chef Olaf Heinrich unserer Redaktion.

Offenbar würden die wirtschaftlichen Interessen von 20.000 Apothekern höher bewertet als die Entlastung von Millionen von Verbrauchern und Patienten. "Das gilt besonders für einkommensschwache und chronisch kranke Menschen", ergänzte Heinrich.

DocMorris-Chef Heinrich hält die Pläne, den Online-Handel mit Medikamenten zu verbieten, für verfassungswidrig. Entsprechende Vorhaben seien bereits 2008 und 2012 gescheitert. "Jetzt gibt uns auch der Europäische Gerichtshof Recht, wenn wir Patienten bei Medikamenten preislich entlasten." Ein Verbot, so Heinrich, hätte also auch europarechtliche Konsequenzen.

DocMorris wolle nun die Verbots-Pläne des Gesundheitsministeriums in Ruhe und Sorgfalt prüfen. "Wir stehen jederzeit zur Verfügung, Herrn Minister Gröhe unsere Argumente auch im persönlichen Gespräch vorzutragen", sagte Vorstandschef Heinrich. So könnten beispielsweise die Pläne der Bundesregierung aus 2006 zu einer Preisobergrenze erneut diskutiert werden. Bislang seien aber weder EU-ausländische Versandapotheken noch deren Verbandsvertreter in dieser Sache gehört worden.

 
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