kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Opel Bochum
  Foto: dpa, Julian Stratenschulte
Kommentare ()

Gerüchte um Werk-Schließung: Neuer Kampf um Opel Bochum

VON THOMAS REISENER - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 - 18:42

Düsseldorf/Bochum (RPO). Die Opel-Mutter General Motors lässt Pläne zur Schließung des Bochumer Werkes durchsickern. Die deutsche Opel-Spitze dementiert. Aber mit so unglücklichen Worten, dass die Sorgen der Opelaner eher noch wachsen. Klar ist: Das Bochumer Opel-Werk muss erneut ums Überleben kämpfen.

Zwei Jahre nach der erbitterten Diskussion um Staatshilfen für Opel drohen dem immer noch defizitären deutschen Autobauer erneut Werksschließungen. Die amerikanische Opel-Mutter General Motors (GM) ließ gegenüber dem „Wall Street Journal“ durchsickern, die Werke in Bochum (knapp 5000 Mitarbeiter) und im britischen Ellesmereport (gut 2000 Mitarbeiter) stünden auf dem Spiel.

Als Grund wird ein radikales Sparprogramm genannt, mit dem GM sein tiefrotes Europa-Geschäft mit Opel an der Spitze sanieren will. Während GM dank US-Staatshilfen in der Heimat und auch in China wieder glänzend verdient, brachen die Neuzulassungen der Schwestermarken Opel und Vauxhall europaweit allein im Dezember um 17 Prozent ein – vor allem wegen der Schuldenkrise in Südeuropas.

Wie unsere Redaktion aus Bankenkreisen erfuhr, drängt jetzt sogar die amerikanische Regierung auf harte Reformen im europäischen GM-Geschäft. Im Zuge der Finanzkrise hatten die USA GM faktisch übernommen und halten noch immer ein Drittel an dem weltgrößten Autobauer. In der kommenden Woche wird GM seine Bilanz vorlegen.

Offenbar hat GM die US-Regierung bereits vor schlechten Nachrichten aus Europa gewarnt. Nach Einschätzung des Auto-Experten Stefan Bratzel von der FH Bergisch-Gladbach sind die deutschen Opel-Werke nur noch zu 80 Prozent ausgelastet. Die Schließung des Bochumer Werkes entspräche ziemlich genau dem Abbau der aktuellen Überkapazitäten.

Sorge um "Bis jetzt"-Formulierung

Wohl auch, weil die bösen Gerüchte aus den USA nur allzu plausibel sind, reagierte das deutsche Opel-Management prompt. In einer E-Mail an alle Mitarbeiter versuchte Opel-Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke am Mittwoch um 8.18 Uhr zu beruhigen: Es gebe „bis jetzt keinerlei Entscheidungen [...], wonach Werke geschlossen, Stellen abgebaut oder Produktionsvolumen verlagert werden sollen“, so Stracke. „Gewisse Probleme“ müssten aber gelöst werden.

„Bis jetzt“ – dies Formulierung stört den Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel. „Das hätte man auch eindeutiger formulieren können“, sagte er am Mittwoch. Außerdem wünscht er sich ein klares Dementi von GM – das aber ausbleibt. Einenkel erinnert an den Vertrag, den die 25.000 deutschen Opelaner im Mai 2010 mit der GM-Führung geschlossen haben: Darin wurden Werksschließungen und Kündigungen bis Ende 2014 ausgeschlossen – im Gegenzug verzichten die Opelaner jährlich auf 265 Millionen Euro Gehalt.

Konkurrenz zwischen Bochum und Rüsselsheim

Wie schon in der Opelkrise 2008 bis 2010 hängt die Zukunft des Bochumer Werkes neben den Entscheidungen in Detroit nun auch von der Politik des neuen Konzernbetriebsrates ab: Soeben hat Wolfgang Schäfer-Klug den umstrittenen Klaus Franz als Gesamtbetriebsratschef abgelöst. Franz wurde aus Bochum oft vorgeworfen, einseitig die Interessen des Rüsselsheimer Werkes zu vertreten. Auch jetzt stehen Rüsselsheim und Bochum wieder in Konkurrenz zueinander: Beide wollen den neuen Opel Astra bauen, der ab 2014 produziert wird.

Während Rüsselsheim mit dem Sitz der Verwaltung, des Technologiezentrums, der Produktion des Insignia und des aktuellen Astra nicht als gefährdet gilt, hat Bochum als zuverlässige Produktionssäule neben ein paar Auslaufmodellen nur den neuen Zafira im Programm. Werke dieser Größenordnung brauchen aber mindestens zwei aktuelle Modelle, deren Nachfrage-Zyklen sich ausgleichen.

Einenkel ist zuversichtlich, „dass der neue Gesamtbetriebsrat diese Notwendigkeit noch versteht“. Beobachter glauben das nicht: Schäfer-Klug war lange die rechte Hand von Klaus Franz und ist in internen Auseinandersetzungen nicht als Sympathisant des Bochumer Opel-Werkes aufgefallen.

Quelle: RP/felt/csr

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Verdacht auf Korruption bei Daimler

Bestechung in der Zulieferkette

Verdacht auf Korruption bei Daimler

Der Autobauer Daimler hat möglicherweise einen Bestechungsfall in seiner Zulieferkette aufgedeckt. mehr 

Banken geizen wieder mit Krediten

Wie zu Zeiten der Lehman-Pleite

Banken geizen wieder mit Krediten

Die Krise setzt den Banken kräftig zu: Auf den Finanzmärkten wächst das Misstrauen immer weiter. Rund um den Globus drosseln die Institute i ... mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Bestechung in der Zulieferkette

Verdacht auf Korruption bei Daimler

Wie zu Zeiten der Lehman-Pleite

Banken geizen wieder mit Krediten

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Mehr als 140 Tote bei Fluzeugabsturz in Nigeria

Bei einem Flugzeugabsturz am Sonntagabend in Nigeria sind vermutlich alle 147 Passagiere ums Leben gekommen. Auch am Boden gab es Opfer. mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten
Doering wird neuer FDP-Generalsekretaer

FDP-General stichelt gegen CSU

Patrick Döring sucht die Konfrontation

Nach den Wahlen in NRW und Schleswig-Holstein strotzt die FDP vor Selbstbewusstsein – und demonstriert das auch deutlich vor dem Koalitionsgipfel. Ganz vorn mit dabei als Sprachrohr der Liberalen: Generalsekretär Patrick Döring. Er hat schon öfter ... Von Dana Schülbe  mehr

 
Joschka-Fischer-eine-Karriere-in-Bildern_1_16693.jpg

Dramatischer Appell von Joschka Fischer

"Das europäische Haus steht in Flammen"

Mit einem dramatischen Appell hat der frühere Außenminister Joschka Fischer (Grüne) die EU-Führungsmächte Deutschland und Frankreich zu einem radikalen Kurswechsel in der Europapolitik ermahnt. Europa stehe am Abgrund und Deutschland trage einen ... mehr

 

23. Jahrestag des Aufstandes

China blockiert Gedenken an Tiananmen

 

Nach der Wahl von Kipping und Riexinger

Linke Angst vor der Bedeutungslosigkeit

 

Der Parteitag der Linken

Lafontaine-Lager setzt sich durch

 

Besuch bei der EM

Merkel entscheidet spontan

 
 

Angebliche Propaganda-Veranstaltung

Nordkorea droht mit Raketenangriff auf Medien

Strom-Rechner

kWh
vergleichen