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Bislang waren 6,5 Milliarden veranschlagt
"Stuttgart 21" könnte zehn Milliarden Euro kosten

Chronik zu "Stuttgart 21"
Chronik zu "Stuttgart 21" FOTO: dpa, Maurizio Gambarini
Stuttgart . Stuttgart 21, Deutschlands umstrittenstes Bahnprojekt, könnte die Steuerzahler und die Bahn einem Bericht zufolge statt der bislang offiziell veranschlagten 6,5 Milliarden Euro bis zu zehn Milliarden Euro kosten.

Von der Erhöhung gehe der Bundesrechnungshof nach mehr als dreijährigen umfangreichen Prüfungen aus, berichteten die "Stuttgarter Zeitung" und die "Stuttgarter Nachrichten" am Dienstag vorab. Dabei seien auch viele vertrauliche Unterlagen der Bahn gesichtet worden.

Der Rechnungshof habe die Bundesregierung bereits gewarnt, dass die Finanzierung der Mehrkosten in Milliardenhöhe völlig ungeklärt sei, hieß es weiter. Ein Sprecher des Bundesrechnungshofs lehnte eine Auskunft zu den Inhalten des Prüfberichts dem Bericht zufolge ab. Die vorläufige Prüfmitteilung sei der Bundesregierung zugeleitet worden, eine Stellungnahme aus dem Haus von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) müsse noch eingearbeitet werden.

Aus Parlamentskreisen berichteten die Zeitungen, dass die Prüfer nach eigenen Angaben inzwischen Gesamtkosten von zehn Milliarden Euro als realistisch betrachteten. Der Bahnexperte der Grünen-Fraktion im Bundestag, Matthias Gastel, wurde mit den Worten zitiert, Stuttgart 21 könne zum "Fass ohne Boden" für den Bund und die Finanzierung von Schienenprojekten werden.

Die Deutsche Bahn weist die Berichte über drohende Mehrkosten zurück. "Stuttgart 21 bleibt im Finanzierungsrahmen von 6,5 Milliarden Euro", hieß es in einer Mitteilung vom Mittwochabend. Das Unternehmen betonte, der Bundesrechnungshof habe weder einen aktuellen Bericht zu Stuttgart 21 veröffentlicht, noch zu einem Prüfbericht Stellung genommen.

(felt/AFP)
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