| 14.16 Uhr

"Black Friday" und "Cyber Monday"
Streiks bei Amazon inmitten der Schnäppchen-Woche

Streik bei Amazon während Black Friday 2017 und Cyber Monday
Blick in ein Regallager des Online-Versandhandels Amazon in Leipzig. FOTO: dpa, wil fux
Berlin. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten an mehreren Amazon-Standorten inmitten der Schnäppchen-Woche rund um die Aktionstage "Black Friday" und "Cyber Monday" zum Streik aufgerufen.

Wie Verdi am Donnerstag mitteilte, traten um Mitternacht bereits die Beschäftigten der Nachtschicht am Leipziger Standort des Online-Händlers in einen Streik, der Ausstand sollte bis zum Ende der Spätschicht andauern. Auch in Koblenz waren die Angestellten am Donnerstag zum Streik aufgerufen.

Verdi fordert eine Bezahlung der Amazon-Beschäftigten nach den Tarifverträgen des Einzel- und Versandhandels. "Die Cyber-Monday-Woche macht besonders die Widersprüchlichkeit dieses Unternehmens deutlich", erklärte Verdi-Streikleiter Ronny Streich.

Eine ganze Woche lang gebe es Rabatte und neue Angebote, gleichzeitig würden den Beschäftigten aber "elementare Rechte wie tarifliche Bezahlung verwehrt". So sei im Handel etwa die Zahlung eines Weihnachtsgeldes in Höhe eines halben Monatslohns üblich.

Ausstand hat angeblich keine Auswirkungen

Löhne, Gehälter, Urlaubs- und Weihnachtsgeld müssten "verbindlich in einem Tarifvertrag" geregelt werden, forderte auch Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago. Der Ausstand fällt nun in die Zeit der Schnäppchentage "Black Friday" und "Cyber Monday", an denen die Händler mit Sonderangeboten locken. Sie fallen auf diesen Freitag und den kommenden Montag. Auch viele stationäre Händler beteiligen sich daran.

Der Online-Händler Amazon machte gleich eine ganze Woche aus der Aktion und begann damit bereits am Montag. Zu dem Streik in Leipzig erklärte der Konzern am Donnerstag, der Ausstand habe "keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Kundenversprechens". Die "überwältigende Mehrheit" der Mitarbeiter arbeite in der Schnäppchenwoche ganz normal.

"Amazon beweist jeden Tag, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein kann", erklärte der Konzern. Das Unternehmen zahle in den Logistikzentren "am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist".

(csr/AFP)
 
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