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Kaufprämie
Wie man ein Elektroauto kauft

Berlin. Das Bundeskabinett hat die staatliche Kaufprämie von 4000 Euro für Elektroautos gebilligt. Bis sie an Käufer ausgezahlt werden kann, sind aber noch einige Hürden zu nehmen. Insgesamt sollen 1,2 Milliarden Euro in die Förderung fließen. Von Birgit Marschall

Jetzt geht es los: Bundesregierung und Autohersteller wollen mit insgesamt 1,2 Milliarden Euro den schleppenden Absatz von Elektroautos ankurbeln. Das Bundeskabinett billigte gestern ein Maßnahmenpaket aus Kaufprämien, Steueranreizen und bundesweit 15.000 neuen Ladestationen.

Wie hoch sind die Kaufprämien? Wer sich nach dem 18. Mai ein Elektroauto kauft, kann dafür in Kürze einen so genannten Umweltbonus von 4000 Euro erhalten. Den Zuschuss teilen sich der Bund und der Hersteller des Autos je zur Hälfte. Für Hybridautos, die zwar per Steckdose geladen werden, aber ergänzend einen Verbrennungsmotor haben, gibt es eine Prämie von 3000 Euro.

Wie kann ich den Antrag stellen? Käufer sollen "in wenigen Wochen" direkt auf der Internetseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.bafa.de) die Prämie beantragen können, wenn die entsprechende Förderrichtlinie veröffentlicht worden ist. Noch ist es nicht so weit, weil erst die Beihilfenkontrolleure der EU-Kommission grünes Licht geben müssen. Zudem muss auch noch der Bundestags-Haushaltsausschuss die Regierungsvorlage zur Kenntnis nehmen. Es gilt dann das so genannte Windhundverfahren: Die Prämie wird so lange ausgezahlt, bis das Fördergeld von 1,2 Milliarden Euro aufgebraucht ist. Spätestens soll aber am 30. Juni 2019 Schluss sein.

Welche Unterlagen sind nötig? Voraussetzung für die Prämie ist, dass der Hersteller bereit ist, die Hälfte des Zuschusses beizusteuern. Dies muss aus dem Kaufvertrag hervorgehen. Alternativ muss auf der Rechnung des Autohändlers stehen, dass der Hersteller die Prämie vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat. Neben der Rechnungskopie muss der Käufer dem Bafa innerhalb von vier Wochen ab Antragstellung auch Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief vorlegen.

Wer kann die Prämie beantragen? Neben Privatpersonen auch Firmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine. Käufer müssen das Auto mindestens neun Monate lang behalten, das gilt auch für Leasing.

Welche Hersteller machen mit? Die großen deutschen Konzerne VW, Daimler und BMW sind dabei, aber auch viele ausländische Hersteller. So beteiligen sich Citroen, Hyundai, Kia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Toyota und Volvo.

Welchen Effekt soll die Förderung haben? Die Bundesregierung hofft, dass sie den Kauf von "mindestens 300.000 Fahrzeugen" anschiebt. Derzeit sind erst 25.000 reine Elektroautos zugelassen plus 19.000 Stecker-Hybride. Berlin hatte sich als Ziel vorgenommen, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die deutschen Straßen zu bringen. Dieses Ziel wird die Regierung verfehlen, aber bei über 300.000 sieht Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine "kritische Masse" überschritten, die weitere Käufe nach sich ziehen werde.

Was ist steuerlich geplant? E-Autos werden rückwirkend zum 1. Januar nicht mehr nur für fünf Jahre, sondern für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Wenn ein Arbeitgeber seinem Angestellten erlaubt, sein privates E-Auto auf dem Firmengelände aufzuladen, ist das für den Arbeitnehmer ebenfalls steuerfrei. Arbeitgeber können den daraus entstehenden geldwerten Vorteil zwischen 2017 und 2020 pauschal mit 25 Prozent Lohnsteuer versteuern.

Welche Kritik gibt es? Experten kritisieren, dass die Reichweite der Batterien mit oft nur 50 bis 200 Kilometern zu gering sei. Im Winter gehe zu viel Strom für die Heizung drauf. Zudem sind E-Autos trotz der Prämie im Schnitt noch deutlich teurer als andere Autos. Der wissenschaftliche Beirat beim Wirtschaftsministerium monierte zudem, mit der Prämie würden vor allem reichere Haushalte gefördert, die sich ein E-Auto als Zweitwagen anschaffen würden. Die Prämie solle durch die Anhebung der Kfz-Steuer für besonders emissionsstarke große Autos gegenfinanziert werden, fordern die Grünen.

Quelle: RP
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