| 15.35 Uhr

Cyber-Attacke
Neuer Angriff trifft auch deutsche Firmen

Kiew und Paris: Hacker legen Banken und Firmen lahm
Hacker haben Computersysteme in der Ukraine angegriffen. (Archivbild) FOTO: dpa, ste fgj
Paris/Kiew. Mit einem massiven Angriff haben Hacker die Computersysteme Dutzender Banken und Unternehmen in der Ukraine und Russland sabotiert. Die Attacke hat sich nun offenbar auf Westeuropa ausgeweitet, auch deutsche Firmen sind betroffen.

Die Zentralbank warnte vor einer Attacke mit einem "unbekannten Virus". Besonders stark betroffen war die Ukraine, wie Firmen und Regierungsbeamte am Dienstag mitteilten. Vize-Regierungschef Pawlo Rosenko erklärte, das Computersystem in der Regierungszentrale sei abgeschaltet und twitterte das Foto eines schwarzen Bildschirms. Außerdem gab es Störungen in der Energieversorgung, bei Banken und in der öffentlichen Verwaltung, bei der Eisenbahn um am größten Flughafen des Landes, Boryspil.

Auch deutsche Unternehmen sollen von dem Angriff betroffen sein. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rief die Firmen auf, Sicherheitsvorfälle dem BSI zu melden und nicht auf Lösegeldforderungen einzugehen.

Zahlungen in Cyberwährung verlangt

Auch das russische Ölunternehmen Rosneft erklärte, es sei Opfer eines Hackerangriffs geworden. Die dänische Reederei A. P. Møller-Mærsk meldete, ihr IT-System funktioniere nicht mehr. Praktisch alle Geschäftsbereiche seien betroffen, sagte Firmensprecher Anders Rosendahl. Das Unternehmen gilt als größte Containerschiffsrederei der Welt. Auch das britische Werbeunternehmen WPP und der französische Industriekonzern Saint-Gobain bestätigten, von Hackerangriffen betroffen zu sein.

Eine ukrainische Firma teilte mit, der Virus heiße "Petya.A". Berichten zufolge fordern die Erpresser für die Wiederherstellung der Systeme Zahlungen in der anonymen Cyberwährung Bitcoin. Es gab zunächst nur wenige Informationen darüber, wer hinter den Angriffen stecken könnte.

Parallelen zu "WannaCry"

Experten sagten nach der Analyse von Screenshots, die im Internet kursierten, die Angriffe trügen die Markenzeichen einer sogenannten Ransomware. Diese nimmt die Daten eines Computers praktisch als Geisel und verlangt für die Freigabe eine Geldzahlung. Wird diese nicht geleistet, werden die Daten gelöscht. Mitte Mai hatte ein Angriff mit einem solchen Programm namens "WannaCry" weltweit Chaos in Krankenhäusern, Schulen und Büros ausgelöst.

(veke/dpa/ap/afp)
 
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