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"Als Paul über das Meer kam" im Kino
Tödliche Stille auf dem Meer

"Als Paul über das Meer kam" im Kino: Tagebuch eines Flüchtlings
Szene aus dem Film "Als Paul über das Wasser kam". FOTO: dpa, sab
Düsseldorf. Ein besseres Leben in Europa – das ist der Traum von vielen Afrikanern. Ein Dokumentarfilmemacher begleitet einen Kameruner auf seiner Odyssee bis nach Berlin und Brandenburg. Von Anna Ringle

Asylsuchende, die sich auf waghalsige Bootsfahrten von Afrika nach Europa einlassen, sind alltägliche Nachrichtenbilder geworden. Der deutsche Regisseur Jakob Preuss begab sich nach Nordafrika, um auf Spurensuche an den Grenzen Europas zu gehen. Er traf den Kameruner Paul in einem provisorischen Camp und machte ihn zum Gesicht seines Dokumentarfilms. "Als Paul über das Meer kam" zeigt im Strudel von Behördengängen, langem Warten und viel Bangen eines: den Menschen.

"Ich werde wohl nie sagen können, ob er mich ausgesucht hat oder ich ihn." Preuss ist im Film so gut wie nicht zu sehen, aber seine Stimme kommentiert den Verlauf, und er stellt dem Protagonisten immer wieder Fragen. Pauls Odyssee von Kamerun nach Brandenburg hat der Filmemacher wie ein Tagebuch gegliedert.

Kinostarts der Woche FOTO: dpa

Paul lebt mit weiteren Landsleuten mitten in den Wäldern in einem Camp in Nordafrika - sie alle warten auf die Überfahrt nach Europa. Wann es soweit sein wird, ist unklar. "Man muss sich immer bereithalten. Beim Schlafen hat jeder Weste oder Schwimmring bei sich", sagt der über 30-Jährige. Irgendwann erzählt Paul in die Kamera, warum er aus Kamerun wegging. "Ich will nur das Minimum, das ging zuhause nicht." Von der Uni sei er geflogen, weil er mit anderen streikte.

Die Bootsfahrt über das Meer hinterlässt bei ihm und anderen Männern Spuren, weil auf dem Wasser Menschen starben. Knapp erzählen die Überlebenden Preuss, was sie erlebt haben. Es sind die stillen Blicke der Männer, die die Schwere ihres Schicksals transportieren.

Immer wieder kommt Preuss an den Punkt, dass er sich fragt, inwieweit er Paul auf seiner Reise durch Spanien, Frankreich und Deutschland helfen soll und wann er lieber nur eine Beobachterrolle einnimmt. Paul zieht schließlich zu Preuss' Eltern. Aber seine Zukunft ist ungewiss. Der Dokumentarfilm ist schon fertig, als der Filmverleih bekannt gibt, dass Pauls Asylbescheid abgelehnt wurde. Gegen die Entscheidung klagte sein Anwalt.

"Als Paul über das Meer kam" - Deutschland 2017 , Regie: Jakob Preuss, mit Paul Nkamani, 97 Minuten

(dpa)
 
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