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Duisburg
Ruhrtriennale wird politisch und geht nach Marxloh

Duisburg. Die Ruhrtriennale wird angesichts der europäischen Flüchtlingskrise in diesem Jahr politisch. Im zweiten Jahr seiner Intendanz will der Niederländer Johan Simons die Bedeutung der Werte "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" ausloten. Vom 12. August bis 24. September bringt die Ruhrtriennale 120 Veranstaltungen an zahlreichen Orten des Ruhrgebiets heraus, darunter 20 Uraufführungen.

Eröffnet wird das Festival in der Jahrhunderthalle Bochum mit Willibald Glucks Barockoper "Alceste". Simons führt selbst Regie wie auch bei der Uraufführung der Musiktheaterkreation "Die Fremden" am 2. September. Das Stück basiert auf dem Roman "Der Fall Meursault - eine Gegendarstellung" von Kamel Daoud. Das Buch ist die Antwort auf Albert Camus' großen Existenzialisten-Roman "Der Fremde", in dem ein namenloser Araber ermordet wird. Simons kombiniert das Theaterstück mit Musik von Kagel und Ligeti. Neu und spektakulär ist die Spielstätte: die Kohlenmischhalle der im Dezember 2015 stillgelegten Zeche Auguste Victoria in Marl.

Spielorte der Ruhrtriennale sind frühere Zechen, Halden und Stahlwerke. Für das Stück "Urban Prayers" ziehen Schauspieler und Musiker aber auch in eine Moschee im Duisburger Problem-Stadtteil Marxloh und Gotteshäuser anderer Religionen. Im Dortmunder Hafen soll inmitten der Container-Verladestationen eine begehbare Kunst-Installation entstehen.

Ungewöhnliche "Klangwellen" versprechen die Avantgarde-Musikwerke "Carré" von Stockhausen und "Répons" von Boulez.

(dpa)
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