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Vorbereitung auf die Sommerferien
Diese Krankheiten kann Sonne verursachen

Hautkrebs: wie Sie ihn frühzeitig erkennen
Düsseldorf . Sonnenbaden am Meer gehört für die meisten in den Sommerferien einfach dazu - bis die Haut Gegenreaktionen zeigt: Sonnenbrand, Pusteln, Allergien, Hautkrebs. Wir erklären, welche Krankheiten Sonne auslösen kann, und wie man sich am besten schützt.  Von Susanne Hamann

Was Sie über die Entstehung von Hautkrebs wissen müssen 

  • Ursachen: Über die Jahre sammelt die Haut die Schäden an, sagt der Ärztliche Koordinator des Hauttumorzentrums Mannheim, Jochen Sven Utikal. "Sind genügend Schäden vorhanden, funktioniert die Reparatur der Zellen nicht mehr effektiv - dann kommt es zum Krebswachstum." Risikofaktoren für Hautkrebs sind laut Experten schwere Sonnenbrände, vor allem in der Kindheit, und Solarienbesuche. "Gebräunt zu sein ist nach wie vor ein Schönheitsideal - dabei gibt es die gesunde Bräune nicht", sagt Oberärztin Jessica Hassel vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg. Die Bräune zeige an, dass die Haut geschädigt worden sei - und sich das nächste Mal schützen wolle.
  • Symptome: Anfangs haben die meisten Menschen beim schwarzen Hautkrebs Experten zufolge so gut wie keine Beschwerden. "Man sieht einfach ein Muttermal, das sich verändert hat", erläutert Utikal. "Beim weißen Hautkrebs wächst irgendetwas, ein Knötchen an der Haut, oft im Gesicht." In beiden Fällen könne es bluten und jucken. Während der weiße Hautkrebs überwiegend an Körperstellen auftritt, die oft der Sonne ausgesetzt sind, kann sich der schwarze Hautkrebs laut Medizinern auch anderswo bilden.
  • Verbreitung: Der schwarze Hautkrebs tritt viel seltener auf als der weiße. "Bei schwarzem Hautkrebs gehen wir pro Jahr von 22 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner aus", sagt Facharzt Uwe Reinhold vom Dermatologischen Zentrum Bonn Friedensplatz. Er komme besonders oft zwischen dem 18. und 30. Lebensjahr vor und mit Mitte 50. Experten beobachten in den vergangenen Jahren einen Anstieg bei jungen Frauen. Bei dem hellen Hautkrebs spricht Reinhold von bis zu 400 Neuerkrankungen im Jahr pro 100 000 Einwohner. "Weißer Hautkrebs tritt häufiger bei Männern auf, die durch fehlende Kopfhaare oder Berufe unter freiem Himmel eher gefährdet sind." 
  • Gefährlichkeit: Schwarzer Hautkrebs kann Utikal zufolge schon ab einem Millimeter Tumordicke streuen, das mache ihn so heimtückisch. Betroffen sein könnten etwa Lymphknoten, Lunge und Gehirn. "Dort wächst er weiter und kann lebenswichtige Strukturen schädigen." Sei dieser Krebs erst einmal weit fortgeschritten, könne er nur sehr schwierig behandelt werden, sagt Hassel. "Es gehört auch eine Portion Glück dazu, zu denen zu gehören, die das langfristig packen." Die Medizinerin geht davon aus, dass heute wegen neuer Therapien bei etwa 35 Prozent der Patienten der gestreute schwarze Hautkrebs langfristig kontrollierbar ist. "Das bedeutet aber auch, dass wir mehr als 50 Prozent der Patienten nicht langfristig helfen können und sie daran sterben. Da können wir allenfalls eine Lebensverlängerung erreichen." Laut Reinhold ist der schwarze Hautkrebs im Alter von 18 bis 30 Jahren die zweithäufigste Todesursache. Der helle Hautkrebs streut sehr viel seltener. Er könne aber die Lebensqualität der Patienten deutlich einschränken, weil oft operiert werden müsse, sagt Reinhold. "Meist sind das sonnenexponierte Stellen wie Nase oder Ohren und das kann verbunden sein mit Funktionseinschränkungen." Hassel erläutert, je mehr Tumoren jemand habe, umso mehr OPs müsse er über sich ergehen lassen. "Das kann prinzipiell zu einer Entstellung führen." Das Risiko, dass der weiße Hautkrebs streue, sei aber bei einem gesunden Immunsystem klein.
  • Therapien: Beim schwarzen Hautkrebs gibt es Mediziner Reinhold zufolge im Anfangsstadium keine Alternative zur Operation. Hat der Tumor gestreut und kann nicht mehr operiert werden, gibt es neue Therapien, die das Immunsystem gegen den Tumor stimulieren, wie Utikal aus Mannheim sagt. "So kann man versuchen, dass der Patient möglichst lange gut lebt." Bei sehr frühen Formen von weißem Hautkrebs kann laut Reinhold eine Tumortherapie mit Medikamenten eingesetzt werden, verabreicht als Creme. "Außerdem gibt es noch die photodynamische Therapie, bei der man mit Creme und Licht behandelt. Bei einem weiter fortgeschrittenen Tumor ist die Operation die Therapie der Wahl."
  • Heilungschancen: Die Heilungschancen hängen davon ab, in welchem Stadium die Krankheit entdeckt und behandelt wird. Beim schwarzen Hautkrebs sei eine früh erkannte, dünne Geschwulst in hohem Maße heilbar, sagt Reinhold. "Bei den Frühformen beträgt die Heilungschance 93 Prozent. Wenn man zu lange gewartet hat, sinken die Heilungschancen auf bis unter 50 Prozent." Dank neuartiger Therapien haben sich Utikal zufolge die Prognosen im fortgeschrittenen Stadium massiv verbessert. Die Heilungschancen beim weißen Hautkrebs sind den Experten zufolge sehr gut. Hassel sagt, nach Operationen betrügen sie für den einzelnen Tumor fast 100 Prozent. Ein Problem sei aber, dass in der Folge meist weitere Tumoren entstünden.
So sehen die wichtigsten Hautveränderungen aus FOTO: Shutterstock/Stephen VanHorn

Was Sie über Mallorca-Akne wissen müssen  

  • Symptome: Nicht so gesundheitsschädlich wie Hautkrebs, aber sehr belastend ist für viele die sogenannte Mallorca-Akne, auch Acne aestivalis genannt. Die Kombination aus Sonnencreme, Fetten aus Kosmetika, hauteigenem Talg und UVA-Licht kann für die Haut zu einem äußerst aggressiven Cocktail werden. Anstatt schöner sonnengebräunter Haut zeigt sich dann ein heftig juckender Ausschlag aus Quaddeln oder Pusteln, die sich oft hartnäckig für mehrere Wochen halten. Das Gesicht bleibt von der Mallorca-Akne meist verschont. Deutlich sichtbar ist sie aber an Haarfolikeln etwa an den Armen. Helfen kann an dieser Stelle nur ein Rezept: Raus aus der Sonne und zwar auch aus den Sonnenstrahlen, die einen hinter Glas erreichen. Denn eine Fensterscheibe lässt so viel UV-Licht durch, dass es keinen zuverlässigen Schutz bietet.
  • Ursachen: Ganz klar ist die Ursache der Mallorca-Akne nicht. Es wird jedoch angenommen, dass sich durch die UV-Strahlung auf der Haut freie Radikale bilden. Sie können sich mit anderen Substanzen verbinden, zum Beispiel mit Fetten aus Sonnenschutzmitteln.
  • Therapien: Weil es sich bei der Mallorca-Akne um eine Reaktion auf Pflege- oder Sonnenprodukte handelt, sollte sofort zu fettfreien Sonnengels oder Schutzcremes mit Alpha-Glycosyl-Rutin (AGR) gegriffen werden. Der Wirkstoff schützt die Haut vor freien Radikalen und kann somit allergische Reaktionen verhindern. Außerdem sollte auf einen höheren Sonnenschutzfaktor umgestiegen werden. Verschwinden die Pusteln nicht nach absehbarer Zeit, sollte unbedingt der Hautarzt aufgesucht werden, um Narben zu vermeiden. Als Hausmittel wirken kalte Umschläge lindernd auf die juckenden Hautpartien. Hilfreich ist zudem eine Zinklotion oder Cortisonsalbe. Wer lieber Tabletten nehmen will, kann es mit Antihistaminika versuchen. Sie verhindern die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe ins Gewebe. Die wichtigste Regel aber ist: Raus aus der Sonne!
Die besten Tipps gegen Sonnenbrand FOTO: dpa, Britta Pedersen

Das Wichtigste zur Sonnenallergie (Polymorphe Lichtdermatose)

  • Ursachen: Sonnenallergie tritt meist dann auf, wenn die Haut nach einer Zeit mit wenig Sonneneinstrahlung plötzlich einem intensiven Lichtbad ausgesetzt ist. Anfällig dafür sind nicht nur Hellhäutige, sondern auch Menschen, die viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringen. Vor allem die UV-Strahlen in der Sonne sorgen dann für eine Reizung der Schutzhülle. Viele Wissenschaftler glauben, dass der Körper auf sie allergisch reagiert, obwohl eigentlich ein echtes Allergen fehlt. Als Folge der Immunreaktion entstehen Pusteln auf der Haut.
  • Symptome: Die Pünktchen oder Quaddeln zeichnen sich durch starken Juckreiz aus. Meist treten sie an Hals und Dekolleté, (Ober-)Arme, Handrücken, Beine und Gesicht auf, an jenen Stellen also, die am meisten mit Sonnenlicht in Berührung kommen. 
  • Therapie:  Wie immer ist der erste Schritt bei einer körperlichen Reaktion auf Sonnenlicht, die Sonne zu meiden. Je nach Intensität des Ausschlags kann es dafür schon reichen leichte, lange Kleidung zu tragen. Plagt das Jucken jedoch sehr, kann es auch nötig sein, komplett aus der Sonne zu gehen. Auf jeden Fall ist Sonnencreme mit einem sehr hohen UV-Schutz zu empfehlen (mindestens 50), um eine Verschlimmerung des Ausschlags zu vermeiden. 
(ham / mit Agenturmaterial)
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Hautkrebs & Sonnenallergie: Was muss ich in den Sommerferien beachten?


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