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Panama
Reisen zwischen Regenwald und Kolonialviertel

Sieben Gründe für eine Reise nach Panama
Sieben Gründe für eine Reise nach Panama FOTO: shutterstock/ Angel DiBilio
Panama-Stadt. Der Kanal hat Panama weltberühmt gemacht. Doch das Land in Mittelamerika hat mehr zu bieten. Wunderschöne Natur, schmucke Gassen und eine malerische Altstadt aus Kolonialzeiten in Panama-Stadt locken Besucher aus aller Welt.

Affengebrüll hallt in der Morgendämmerung durch den dichten mittelamerikanischen Regenwald. Ein Papageienruf und das Zwitschern eines Türkisnaschvogels übertönen das Geschrei der Brüllaffen in Panamas Nationalpark Soberanía. Vor Sonnenaufgang ist der Park vor allem ein Geräusch-Spektakel. Der Sonnenaufgang gibt schließlich auch einen Blick auf seine Farbpracht frei: rötlich schillernde Kolibris, das knallige Rot, Blau und Orange des Tukan-Schnabels und die vielen Grüntöne des Regenwalds.

Der Soberanía Nationalpark liegt nur 30 Kilometer von Panama-Stadt entfernt und bietet Abwechslung zum regen Treiben und der Hitze der Hauptstadt. Über den Baumkronen des Regenwaldes erhebt sich das parkeigene Denkmal: der vierstöckige Canopy Tower. Jahrzehntelang überwachte man in der ehemaligen US-Radarstation den Panamakanal und ortete Flugzeuge von Drogenschmugglern. Seit 1995 ist der Turm für derartige Zwecke nicht mehr in Betrieb.

Inzwischen wurde die Radarkuppel zu einer Beobachtungsplattform umfunktioniert, sagt der Biologe Jenn Sinasac, der am Canopy Tower arbeitet. Der über die Bäume ragende Turm bietet Besuchern einen Blick auf Palmen-Tangare, Leguane, Geoffroy-Perückenaffen und Faultiere. Nach Informationen des Biologen hat Panama mit mehr als 10 000 einheimischen Pflanzen-, rund 1000 Vogel- und mehr als 200 Tierarten eines der reichsten Ökosysteme der Welt.

Abenteuer Panama-Kanal FOTO: dpa, pla

Durch den Regenwald verläuft der berühmte Panamakanal. Das mehr als 100 Jahre Meisterstück der Technik, das Pazifik und Atlantik miteinander verbindet, ist auf das große Wassereinzugsgebiet des Regenwaldes angewiesen. Dieses liefert das Wasser, das für den Betrieb der Kanalschleusen benötigt wird. Aus diesem Grund betrachtet das mittelamerikanische Land die Erhaltung des Regenwaldes als nationale Pflicht. Schließlich passieren jährlich rund 14 000 Schiffe den Panamakanal, wie Jaime Robleto vom Besucherzentrum Miraflores auf der Pazifikseite des Kanals sagt.

Dort können Touristen aus nächster Nähe beobachten, wie die Riesenfrachter durch die Schleusen gezwängt werden. Oft ist es Zentimeterarbeit. Etwa 20 bis 30 Stunden dauere die Fahrt durch die Landenge, sagt Robleto. Mithilfe mehrerer Schleusen werden die Frachter insgesamt 27 Meter über den Meeresspiegel bis zum Gatúnsee gehoben, anschließend geht es auf der anderen Seite wieder runter. Wissenswertes über die Schiffe erfahren Besucher von einem Touristenführer, dessen Stimme in Miraflores in mehreren Sprachen durch die Lautsprecher schallt. Vom Besucherzentrum aus ist es nur eine 20-minütige Autofahrt nach Panama-Stadt.

Fotos: Die Inseln von Kuna Yala FOTO: flickr/Alex Barth/CC BY SA 2.0

Die Hauptstadt wurde im 16. Jahrhundert von spanischen Eroberern gegründet. Das Kolonialviertel Casco Viejo ist bis heute erhalten geblieben. Seit 1997 ist es Unesco-Weltkulturerbe. Die in den Pazifik ragende Landzunge im Südwesten der Stadt ist ein Gassenlabyrinth. Bonbonfarbene Häuser im Kolonialstil säumen Straßen aus Kopfsteinpflaster. Einige Fassaden wurden aufwendig restauriert, andere sind baufällig und notdürftig mit Brettern vernagelt.

Die mehrstöckigen Gebäude beherbergen eine Reihe von Panamas wichtigsten Kultureinrichtungen, darunter das Geschichtsmuseum und das Nationaltheater. Auch der Präsidentenpalast "Palacio de las Garzas" befindet sich in der Altstadt. Er ist nach den Fischreihern benannt, die durch den Innenhof des Palasts streifen. Am Abend spiegeln sich die Lichter der Altstadt im Wasser wider, in der Ferne sind Schiffe zu sehen. Sie warten darauf, am nächsten Morgen durch den Panamakanal geschleust zu werden - der die Vergangenheit des Landes geprägt hat und wohl auch seine Zukunft bestimmen wird.

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