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Köln
Alexander Gerst fliegt ein zweites Mal ins All

Köln. Alexander Gerst wird erster deutscher Kommandant der Internationalen Raumstation ISS. "Das ist eine tolle Sache für mich", sagte der 40 Jahre alte Astronaut. Voraussichtlich von Mai bis November 2018 wird Gerst zum zweiten Mal 400 Kilometer über der Erde schweben. Die Nachricht wurde beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln verkündet. Gerst, der viele Menschen mit seinen Facebook- und Twitter-Beiträgen von der ISS bewegt hat, ist für Merkel ein "Botschafter aus dem All".

Ein Deutscher als Kommandant des Außenpostens der Menschheit - könnte das problematisch sein? Gersts Antwort ist pragmatisch: "Es gibt nur wenige Situationen, in denen man strikte Anweisungen geben muss. Wir sind Freunde an Bord und kennen uns seit Jahren." Schnelle Entscheidungen seien vom Kommandanten hauptsächlich in einem Notfall gefragt, wenn zum Beispiel ein Feuer ausbricht.

Vieles wird Gerst beim zweiten Mal schon vertraut sein. Wieder soll es von dem legendären Kosmodrom in der Steppe von Kasachstan losgehen, und wieder sollen Gerst zwei Kollegen in der Sojus-Kapsel begleiten. Anders als beim ersten Mal soll Gerst die Sojus-Kapsel diesmal auch mitsteuern. Das muss er jetzt erst einmal lernen: "Damit werde ich jetzt fast das ganze restliche Jahr verbringen, bis Oktober bin ich fast konstant in Russland."

Klappt alles, wird Gerst der vierte Deutsche mit mindestens zwei Raumflügen sein. Deutscher Rekordhalter ist Ulf Merbold, der zwischen 1983 und 1994 dreimal im Erdorbit arbeitete. Gerst ist der elfte Deutsche im All, diese Zahl übertreffen nur die Raumfahrtgroßmächte USA und Russland. Ein Wermutstropfen ist allerdings auch hier mit dabei: Trotz aller Appelle reist wieder keine Frau zur ISS.

(dpa)
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