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Roermond
Ausbruch von Mafiaboss in Niederlanden verhindert

Roermond. Die Gangster wollten sogar einen Hubschrauber benutzen: Polizisten haben in den Niederlanden einen spektakulären Ausbruchsversuch vereitelt und im Kugelhagel einen Fluchthelfer tödlich verwundet. Zuvor hatte es nahe Roermond eine Verfolgungsjagd gegeben. Wie die Polizei gestern berichtete, sollte am Mittwoch offensichtlich ein führendes Mafiamitglied befreit werden.

Der Plan flog allerdings auf, die Beamten verhinderten nach eigenen Angaben die geplante Entführung eines Helikopters im Raum Limburg im Süden der Niederlande.

Es kam zu einer Verfolgungsjagd und zu einem Schusswechsel. Dabei wurde einer der mutmaßlichen Kriminellen in Roosteren nahe der deutsch-niederländischen Grenze so schwer verletzt, dass er später starb. Zwei weitere Verdächtige wurden festgenommen.

Nach übereinstimmenden Medienberichten sollte vermutlich der verurteilte Kriminelle Benaouf A. aus dem Gefängnis von Roermond befreit werden. Er gilt als einer der führenden Köpfe der Amsterdamer Unterwelt und sitzt zurzeit eine zwölfjährige Gefängnisstrafe wegen eines Mordes im Drogenmilieu ab. Auch auf ihn selbst war in Amsterdam schon ein Anschlag verübt worden, bei dem zwei andere Männer erschossen wurden.

Der Anwalt von Benaouf A. sagte der niederländischen Nachrichtenagentur ANP, dass er aus den Medien von dem möglichen Fluchtversuch erfahren habe. Ob tatsächlich sein Mandant befreit werden sollte, bestätigte er nicht. Für Benaouf A. befürchte er keine Konsequenzen. Wenn andere versuchten, ihn zu befreien, könne er dafür nicht bestraft werden. Die Polizei teilte mit, dass sie im Zusammenhang mit dem gescheiterten Gefängnisausbruch nach weiteren Verdächtigen suche, die eine Verbindung zur Amsterdamer Unterwelt hätten.

(dpa)
 
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