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Düsseldorf
Merkel bot Reker mehr Polizisten an

Düsseldorf. Nach den Übergriffen in der Silvesternacht rief die Kanzlerin in Köln an. Von Detlev Hüwel

Wenige Tage nach den Silvester-Übergriffen in Köln hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Oberbürgermeisterin Henriette Reker angerufen und sie um ihre Einschätzung gebeten. Dies berichtete die parteilose Politikerin vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags. Die Kanzlerin habe ihr weitere Unterstützung der Bundespolizei zugesagt, falls dies gewünscht werde. Auf die Frage, ob sie davon Gebrauch gemacht habe, sagte Reker: "Bis jetzt noch nicht."

Im Gegensatz zu Merkel habe sich Hannelore Kraft (SPD) nicht bei ihr gemeldet; dies habe sie aber auch gar nicht erwartet. Wohl aber habe sie damit gerechnet, dass sich Innenminister Ralf Jäger (SPD) mit ihr in Verbindung setzen würde, doch das sei nicht geschehen. Nach den Übergriffen habe sich ihr Büro sogar vergebens um einen Termin für sie bei Jäger bemüht. Ähnlich wie Kraft in der vorigen Woche betonte auch Reker, dass das Ausmaß der Übergriffe vorwiegend nordafrikanischer Männer auf Frauen zunächst nicht abzusehen gewesen sei. Allerdings hatte ihr der damalige Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers bereits am 2. Januar mitgeteilt, dass der Bahnhofsvorplatz in der Silvesternacht zeitweise habe geräumt werden müssen und dass es "weitere Vorfälle" gegeben habe, darunter auch eine Vergewaltigung. "Das hat mich natürlich beunruhigt, aber die Dimension ging daraus nicht hervor", so Reker. Zwar habe ihr Albers versichert, dass die Polizeipräsenz am Bahnhof ausreichend gewesen sei, doch dann habe sich gezeigt, dass dies nicht der Fall gewesen sei. Die Polizei habe die Lage "nicht im Griff" gehabt.

Reker sagte, sie habe erst am 4. Januar die Tragweite der Übergriffe erfasst. Die örtliche Sonntagszeitung, der sie nähere Informationen hätte entnehmen können, habe sie nicht gelesen und auch keine Online-Dienste eingeschaltet.

Die SPD hielt ihr vor, sich zu wenig mit der Nachbereitung der Ausschreitungen befasst zu haben. Hans-Willi Körfges (SPD) sagte unserer Redaktion, Reker hätte dies unbedingt zur Chefinnensache erklären müssen. Reker selbst betonte auf Fragen von Journalisten: "Ich mache mir keine Vorwürfe", und auch die Kölner Stadtverwaltung habe keine Fehler gemacht.

Quelle: RP
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