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Landtagswahl in NRW
Wahlbeteiligung im Jäger-Wahlkreis am niedrigsten

Landtagswahl in NRW - Wahlbeteiligung im Jäger-Wahlkreis am niedrigsten
In Ralf Jägers Wahlkreis Duisburg III lag die Wahlbeteiligung bei 53,1 Prozent. FOTO: dpa, ve gfh
Düsseldorf. Die Wahlbeteiligung in NRW lag mit 65,2 Prozent deutlich höher als vor fünf Jahren. Im Ruhrgebiet gingen in vielen Wahlkreisen allerdings deutlich weniger Wähler zur Urne als anderswo. Außerdem scheint es einen Zusammenhang zwischen hohen AfD-Werten und niedriger Wahlbeteiligung zu geben. Von Tim Harpers

NRW-Innenminister Ralf Jäger sicherte sich im Wahlkreis Duisburg III ungefährdet sein Landtagsmandat für die kommenden fünf Jahre. Mehr als 40 Prozent der Wähler in seinem Wahlkreis sprachen ihm und seiner Partei das Vertrauen aus. Einziger Wermutstropfen: Jägers Wahlkreis war der mit der niedrigsten Wahlbeteiligung im gesamten Bundesland – wieder einmal. Schon bei der vorangegangenen Landtagswahl im Jahr 2012 waren in Duisburg III prozentual die wenigsten Wahlberechtigten zur Abstimmung gegangen (45,6 Prozent). Nur 53,1 Prozent der Berechtigten gingen in diesem Jahr dort wählen. Damit liegt der Kreis mehr als zehn Prozent unter dem Landesdurchschnitt. 

Ähnlich trist sieht es in den anderen Duisburger Wahlkreisen und in weiten Teilen des restlichen Ruhrgebiets aus. In Duisburg IV und Wesel V lag die Wahlbeteiligung bei 54,1 Prozent, im Wahlkreis Essen I bei 59,4 Prozent und in Gelsenkirchen bei 60,4 (Gelsenkirchen I) beziehungsweise 55,2 Prozent (Gelsenkirchen II).

Wer nicht wählt, wählt AfD

Spannend ist in diesem Zusammenhang die Korrelation mit den Wahlwerten der AfD. Was viele Wahlforscher vorab vermutet hatten, bestätigte sich am Sonntagabend: Die Alternative für Deutschland war in Wahlkreisen mit besonders niedriger Wahlbeteiligung besonders erfolgreich. In Duisburg fuhr die Partei in allen drei Wahlkreisen zweistellige Ergebnisse ein. Auch in den Wahlkreisen Oberhausen I und Essen I entschieden sich deutlich mehr als zehn Prozent der Abstimmungsberechtigten für die Rechtspopulisten.

Ihr bestes Ergebnis feierte die AfD allerdings in Gelsenkirchen. In beiden Wahlkreisen der Stadt entschieden sich prozentual etwa doppelt so viele Wähler für die Alternative für Deutschland wie im Landesdurchschnitt (7,4 Prozent). In Gelsenkirchen I kam die AfD auf 14,1 und im Wahlkreis Gelsenkirchen II sogar auf 15,2 Prozent.

Münsterland mit besonders hoher Wahlbeteiligung

Auf der anderen Seite war die AfD in Gegenden mit besonders hoher Wahlbeteiligung besonders schwach. Im Wahlkreis Köln II war die Wahlbeteiligung landesweit am höchsten. 75 Prozent der Abstimmungsberechtigten hatten dort den Weg in die Wahlbüros gefunden. Die AfD kam dort nur auf 3,7 Prozent. Schlechter schnitt die Partei nur noch im Wahlkreis Münster I ab. Bei einer Wahlbeteiligung von 73,3 Prozent entfielen dort nur 3,5 Prozent der Zweitstimmen auf die Alternative für Deutschland.

Überhaupt gehört das Münsterland zur den Landesteilen mit der zuverlässigsten Wählerschaft. Neben den beiden Wahlkreisen in Münster selbst erreichten auch Wahlkreise in Coesfeld und Borken eine Wahlbeteiligung von über 70 Prozent. 

In der Region waren die Wähler im Rheinisch-Bergischen Kreis und in Teilen des Rhein-Kreises Neuss am fleißigsten. Die beiden bergischen Wahlkreise kamen auf 71,7 beziehungsweise 71,5 Prozent Wahlbeteiligung. Im dritten Wahlkreis des Rhein-Kreises Neuss waren es sogar 73 Prozent.

 
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