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Karnevalsauftakt in NRW
224 Anzeigen in Köln - Betrunkene Jugendliche in Düsseldorf

Zahlreiche Einsätze an Altweiber
Köln/Düsseldorf. Am ersten Karnevalstag waren weniger Menschen auf den Straßen, um Altweiber zu feiern. Und es blieb weitgehend friedlich. Es gab aber Anzeigen wegen sexueller Belästigung, Prügeleien und Betrunkenen, die aggressiv wurden.  

Die Zwischenbilanz des Düsseldorfer Ordnungsamtes an Altweiber ist positiv - der Security Point in der Altstadt musste bis 16.30 Uhr nicht in Anspruch genommen werden. Weniger erfreulich: Die Feuerwehr musste bereits 74 betrunkene Jugendliche behandeln. Am Abend füllte sich die Altstadt mit ihren zahlreichen Kneipen. "Mit zunehmenden Alkoholkonsum ist auch die Zahl der Aggressionsdelikte gestiegen", sagte ein Sprecher.  

In Köln waren Feuerwehr und Rettungsdienst weniger im Einsatz als im vergangenen Jahr. Zum Schutz der Feiernden waren am Donnerstag allein in Köln 2500 Polizisten unterwegs, dreimal so viele wie im vergangenen Jahr. Insgesamt nahm die Polizei Köln 224 Anzeigen auf. Es gab bis Freitagmorgen 22 Anzeigen wegen Sexualdelikten, die von Beleidigung bis zu Vergewaltigung reichen. Unter anderem wurde eine belgische Journalistin vor laufender Kamera unsittlich berührt. 181 Menschen mussten in Gewahrsam genommen werden. Mit dem erhöhten Alkoholkonsum stieg in den Abendstunden leider auch das Aggressionspotential, berichtet die Polizei. Es kam zu 143 Körperverletzungen.  Mehr zur Bilanz. 

Auch in Leverkusen zog die Polizei eine weitgehend positive Bilanz. Getrübt wurde sie jedoch am Abend durch eine Massenschlägerei. Etliche Beteiligte sind in Gewahrsam gekommen. 

In Duisburg habe es außer kleineren Auseinandersetzungen keine Zwischenfälle in der Nacht gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Am Freitagmittag teilte die Polizei mit, dass insgesamt drei Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet wurden. Außerdem erteilte sie acht Platzverweise und nahm fünf Menschen Ingewahrsam.

In Bonn rückten die Polizisten zu mehreren Schlägereien und Ruhestörungen aus, ein 28-jähriger Mann wurde festgenommen. Er hatte auf zwei weitere Männer eingeschlagen. Insgesamt seien die Einsätze im Vergleich zum Vorjahr aber zurückgegangen.

In den Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf blieb es an den jeweiligen Bahnhöfen nach Angaben der Bundespolizei weitgehend ruhig. 

Die Polizei in Krefeld bilanziert ebenfalls einen insgesamt friedlichen Auftakt. Vereinzelt mussten die Beamten zu Einsätzen mit alkoholbedingten Rangeleien und Streitigkeiten ausrücken, bei denen jedoch keine Person schwer verletzt wurde. Insgesamt kamen acht Personen ins Gewahrsam.  

In der Gemeinde Stukenbrock im Kreis Gütersloh wurde eine 24-jährige Frau nach ersten Erkenntnissen während des Straßenkarnevals vergewaltigt. Sie hatte sich am Donnerstagabend bei der Polizei gemeldet. Wenig später nahmen die Beamten einen 29-jährigen Verdächtigen fest.

Wir ergänzen im Laufe des Tages.

(top/haka/dpa)
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