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Dormagen
Beim "Ein-Euro-Trödel" gab's Schätze zu entdecken

Dormagen. Die meisten Besucher wurden fündig. Der Erlös des Verkaufs im Dormagener Tierheim ist für seine Bewohner bestimmt. Von Christian Lücke

Eine 20 Jahre alte Kaffeemühle weckt Erinnerungen bei Marlene Karnberger: "Früher hat man damit Kaffee von Hand gemahlen. Als ich noch Kind war konnte man nicht einfach so fertigen Kaffee im Laden kaufen", sagt die Rentnerin, die ehrenamtlich mit zwei Helfern den Trödel im Dormagener Tierheim organisiert. Dort öffnete sich den Besuchern am Samstag eine wahre Schatzkammer. Vom Porzellanservice über Bücher und Gesellschaftsspiele bis hin zu ungewöhnlicheren Dingen wie einem etwa 30 Jahre alten Gewürzständer, konnte Trödel aller Art durchstöbert und pro Teil für einen Euro erstanden werden. "Wir rechnen an so einem Ein-Euro-Tag mit 200 bis 300 Euro Einnahmen", sagt Karnberger. Die so gewonnenen Einnahmen gehen an das Tierheim. Neben den speziellen Aktionen wie dem Ein-Euro-Tag, der einmal jährlich organisiert wird, ist der Trödelmarkt im Tierheim jeden Samstag (außer an Feiertagen) von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Den Trödel bringen Dormagener vorbei. Ehemalige Habseligkeiten, die sie nicht mehr benötigen, aber die zum Wegwerfen zu schade sind, spenden sie und Karnberger und ihr Team verkaufen sie. "Trödel zu verkaufen, ist eine Leidenschaft von mir, seitdem ich erstmals mit meinem Sohn seine alten Spielsachen vertrödelt habe. Zudem hat man eine Beschäftigung und sitzt nicht zu Hause herum", sagt Karnberger, die Gründungsmitglied des Tierheims ist und es zwischenzeitlich auch neun Jahre leitete.

In den Regalen mit Lesestoff seien besonders Kinder- und Kochbücher gefragt, sagt die Rentnerin. Durchs Bücherregal schaut auch Renie Lange aus Rheinfeld. Sie hat schon zwei Bücher und ein Glasgefäß für Kerzen oder Räucherstäbchen in der Hand. "Es gefällt mir, weil es außergewöhnlich ist und ich werde es wahrscheinlich als Deko für den Garten oder die Terrasse verwenden." Eines der Bücher ist ein Fachbuch über ein Grafik- und Fotoprogramm. "Das brauche ich beruflich und es war Zufall, dass ich es hier entdeckt habe", sagt die Videojournalistin. Auch andere Besucher wurden fündig: "Wir kaufen ein wie die Weltmeister und werden hier immer gut beraten", sagt Petra Düren-Stöckl. Vor allem Porzellan, aber auch Glas und Keramikschalen für den Haushalt ihrer Tochter Jennifer, die altes Porzellan sammelt, haben die beiden schon in ihrem Körbchen. "Insgesamt haben wir für 31 Euro eingekauft, also 31 Teile, aber wir sind noch lange nicht fertig", sagt die Nievenheimerin. Schließlich steht der gesamte Raum voller gespendeter Kleinigkeiten. Porzellantassen liegen neben Kerzen auch im Einkaufskörbchen von Ilona Olewinski. "Hier findet man öfters wirkliche Schätze", sagt sie.

Quelle: NGZ
 
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