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Dormagen
CDU gewinnt in 17 von 22 Wahlbezirken

Dormagen. Die Sozialdemokraten sind nur in fünf Wahlbezirken stärkste Partei, kommen nur in Hackenbroich III über 40 Prozent. In Zons II kommt die FDP mit fast 20 Prozent der SPD nahe. Die AfD liegt in vier Wahlbezirken über zehn Prozent. Von Klaus D. Schumilas

Die Stimmungsschwankungen bei den Wählern in Dormagen lassen sich (auch) an der Zahl der gewonnen und verlorenen Wahlbezirke festmachen. Im Vergleich zur letzten möglichen Wahl (Kommunalwahl) verlor die SPD acht Wahlbezirke: Lag sie 2014 bei den Zweitstimmen noch in 13 der 22 Bezirken vorne, waren es am Sonntag nur noch fünf. Ein weiteres Beispiel: Im Wahlbezirk Dormagen-Mitte II (Bereich Kölner Straße, Nettergasse, Goethestraße) holten die Sozialdemokraten vor drei Jahren 50,8 Prozent der abgegebenen Stimmen - jetzt büßten sie dort fast 18 Prozenpunkte ein! Lediglich in Mitte II und in zwei Wahlbezirken in Horrem, in Hackenbroich III und in Zons I votierten die Wähler mehrheitlich rot.

Von einem "schmerzhaften Gesamtergebnis" spricht SPD-Stadtverbands-Vize Ruben Gnade. "In einigen Wahlbezirken haben wir noch ein einigermaßen respektables Ergebnis erzielt. Aber es ist natürlich noch Luft nach oben." Die SPD wird am Mittwoch im Kreisvorstand das Ergebnis analysieren, im Stadtverbandsvorstand laut Gnaden dann Ende dieser, Anfang nächster Woche.

Des einen Schwäche war des anderen Stärke. So im zweiten Zonser Wahlbezirk. Dort rutsche die FDP bei den Zweitstimmen bis auf fast acht Prozentpunkte an die SPD heran: 19,6 zu 27,8. Dort ist FDP-Landtagskandidat Karlheinz Meyer zu Hause, der sich natürlich riesig freute: "Sicher auch ein Heimvorteil. Aber in Zons und Stürzelberg sind wir traditionell stark." Er freute sich vor allem, weil die FDP in Horrem mit rund acht Prozent "sehr ordentlich" abschnitt. "Das war der erste Probelauf für die Kommunalwahl 2020", so Meyer. "Der nächste steht im Herbst an." Er glaubt, dass die Wähler die Liberalen nicht mehr als reine Besserverdiener-Partei ansehen.

Siebzehn gewonnene Wahlbezirke - kein Wunder, dass die Stimmung bei CDU-Stadtverbands-Vize Alana Voigt bestens war. "Das war einfach ein guter Wahlkampf in Dormagen. Heike Troles kannte in Dormagen niemand und wir haben mit vielen Terminen in den Ortsteilen dafür gesorgt, dass die Leute sie einmal gesehen haben." Voigt sieht das Dormagener Ergebnis als "Signal für den Bundestagswahlkampf."

Sorgen bereitet in Dormagen das Abschneiden der AfD, die auf 8,0 Prozent kam. In vier Wahlbezirken (drei Mal Horrem, einmal Mitte III) wurde es zweistellig. Insgesamt holte die AfD 2463 Stimmen und damit fast so viele wie Grüne, Linke und Piraten zusammen. Bürgermeister Erik Lierenfeld zeigte sich darüber "betroffen". Das Ergebnis komme aber "nicht gänzlich überraschend". Er sieht so manches Kreuz auf dem Stimmzettel als ein "Statement und Protest" an. Lierenfeld folgert daraus, dass es richtig sei, mit diesen Bürgern ins Gespräch zu kommen. "Welche Erwartungen haben sie, was würden sie anders machen?" Der Bürgermeister überlegt, ob vielleicht eine "Dialogreihe" sinnvoll sei. "Vielleicht können wir den ein oder anderen abholen. Wichtig ist es, sie zu erreichen und ins Gespräch zu kommen."

Ein desaströses Ergebnis erzielten die Grünen auch in Dormagen mit nur 4,5 Prozent. Nur ins sechs Wahlbezirken kamen sie über die Fünf-Prozent-Marke. "Wir haben das wichtige Thema Schule nicht gut verkauft", sagt Fraktionsvorsitzender Tim Wallraff. "Da ist beim Wähler vieles vermischt worden: G 8 und G 9, Inklusion, Betreuung."

Quelle: NGZ
 
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