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Dormagen
Flüchtlingsaktion beeindruckt Ehepaar

Dormagen. Syrische Flüchtlinge distanzieren sich mit Flugblättern von Silvester-Vorfällen in Köln. Von Anneli Goebels

Vergangenen Montag waren Lilo und Manfred Puchelt in Köln unterwegs. Die beiden Nievenheimer hatten einiges zu erledigen, genossen den schönen Tag in der Domstadt. "Als wir auf dem Weg zur S-Bahn waren", erzählt Lilo Puchelt, "wurden wir auf dem Bahnhofsvorplatz von zwei jungen Syrern angesprochen, die uns ein Flugblatt in die Hand drückten." "Die Männer sprachen Deutsch und sie wirkten eher schüchtern und verlegen", ergänzt ihr Mann Manfred.

Auf den Blättern bekunden die Unterzeichner, die Gruppe "Syrische Männer für Fairness", ihre Bestürzung über die Übergriffe in der Silvesternacht und distanzieren sich von den Attacken auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof: "Wir, Männer aus Syrien, verurteilen die Übergriffe gegenüber Frauen und die Angriffe auf Menschen wie auch Raubdelikte in der Silvesternacht auf das Schärfste." Bei der Gruppe handelt es sich um Männer aus der Flüchtlingsunterkunft Köln-Holweide, die am Montag nicht nur am Hauptbahnhof, sondern auch auf dem Gelände der Kölner Uni ihre Blätter verteilten. "Wir haben nicht viel mit ihnen gesprochen", sagt Lilo Puchelt, "ihnen aber gesagt, dass uns schon klar ist, dass man unterscheiden muss und dass die Unrecht haben, die alle in einen Topf werfen."

"Zu unseren Werten gehört selbstverständlich der Respekt vor Frauen und Männern, der Respekt vor der körperlichen Unversehrtheit und der Respekt vor dem persönlichen Eigentum" steht da weiter zu lesen. Und: "Wir bedanken uns bei allen Menschen in Deutschland, bei Frauen und Männern für all die Hilfe, die sie uns bislang erwiesen haben! Wir werden uns ihres Engagements und ihrer Hilfe würdig erweisen".

Manfred Puchelt hat den Zettel mittlerweile an Bekannte und Freunde verteilt. Beeindruckt war er im übrigen auch davon, dass zwei junge Frauen, denen die beiden Syrer ihr Flugblatt gaben, sich ausdrücklich bei denen bedankten. "Die ganze Aktion vor dem Hauptbahnhof lief sehr ruhig und unaufgeregt ab. Viele Menschen nickten nur und nahmen den Zettel, andere unterhielten sich noch kurz mit den beiden Männern", sagt Puchelt, der Ende September einen Flyer zusammengestellt hatte, auf dem alle Hilfen für Flüchtlinge in Dormagen zusammengefasst sind.

Quelle: NGZ
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